VonChristiane Mühlbauerschließen
Bei einem Herbstfest am 3. Oktober stellt die Stiftung Nantesbuch von Susanne Klatten in Bad Heilbrunn ihr umfangreiches Programm für die zweite Jahreshälfte vor. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Jagd.
Bad Heilbrunn – Seit vielen Jahren wird darüber diskutiert, ob die Spuren des Menschen auf der Erde so gravierend sind, dass daraus ein neues Erdzeitalter – das Anthropozän – hervorgegangen ist. Darum geht es bei einem Themenwochenende vom 15. bis 17. November im Langen Haus der Stiftung Nantesbuch. Drei Tage lang wird unter verschiedenen Aspekten mit Natur- und Geisteswissenschaftlern über die Einflüsse des Menschen auf Planeten und Klima diskutiert. Zu Gast sind unter anderem Christian Schwägerl, der sich in seinem bekannten Buch „Menschenzeit“ intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, sowie Petra Pinzler, Autorin der Wochenzeitung „Die Zeit“. Außerdem kommt erneut der bekannte Filmemacher Edward Burtynsky nach Nantesbuch, um seinen Film „Anthropocene“ (auf Englisch) vorzuführen. Der Film wurde jüngst auf der Berlinale gezeigt.
„Es ist eine große Ehre, dass Edward Burtynsky wieder zu uns kommt“, freut sich Anke Michaelis, Pressesprecherin der Stiftung Nantesbuch. Burtynsky hatte dort im November vergangenen Jahres schon mit dem Film „Watermark“ für Aufsehen gesorgt.
Programmvorstellung beim Herbstfest am 3. Oktober
Beim Herbstfest der Stiftung am Tag der Deutschen Einheit, Donnerstag, 3. Oktober, kann man sich von 11 bis 17 Uhr über alle Angebote informieren. Es gibt auch wieder Führungen durch das Lange Haus (ansonsten einmal im Monat). „Das Interesse ist nach wie vor groß“, sagt Michaelis. Unter den Gästen seien auch Fachbesucher, etwa Architekturbüros.
Die Angebotssäulen wie „Erkundung“, „Feierabend“ und „Impulse“ haben sich mittlerweile etabliert, berichtet Michaelis. „Die ,Erkundungen‘ sind fast jedes Mal ausgebucht“. Auch die Kindersamstage kommen gut an. Hier dürfen sich die jungen Besucher erstmals auch mit Architektur beschäftigen (25. Januar im Langen Haus).
Gleich nach dem Herbstfest am 3. Oktober geht’s aber erstmal ins Moor. „Nach wie vor ein großes und beliebtes Thema bei uns“, sagt Michaelis. Das Gelände der Stiftung ist in weiten Teilen von Moor umgeben. Beim „Moorleuchten“ am 5. Oktober geht es um die besondere Atmosphäre in der Natur, und zwar von 15 bis 22 Uhr. Die Teilnehmer werden wieder von Lichtinstallations-Künstler Marcel Buehler begleitet sowie von Michael Succow. Er ist einer der renommiertesten Moor-Experten in Deutschland und war einige Jahre Vizepräsident des Naturschutzbunds Deutschland (NABU).
Thema Jagd im November
Eine weitere Erkundung beschäftigt sich am 22. und 23. November mit dem Thema Jagd. „Es ist fast ein kleines Symposium“, sagt Michelis, Die Stiftung arbeitet dabei mit der Organisation „Silberner Bruch“ zusammen, die sich mit Jagd und Naturschutz in vielfältiger Hinsicht beschäftigt. Geht man bei einer „Erkundung“ eigentlich gemeinsam ins Gelände, ist diese Veranstaltung so konzipiert, dass die Teilnehmer dies alleine können und an verschiedenen Stationen Experten zu Gesprächen bereit stehen. Dabei geht es um viele Themen: vom Fährtenlesen über Wildwechsel bis hin zur Rehkitzrettung und zur fachmännischen Verarbeitung von Wildbret. In künstlerischer Hinsicht beschäftigt man sich mit dem Jagdhorn und dessen Klängen.
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Das Thema „Jagd“ sei immer wieder nachgefragt worden, berichtet Michaelis. Rund um das Lange Haus gebe es ja auch Wildbestände beziehungsweise Flächen zur Jagdpacht. „Wir haben uns deshalb entschieden, diesem Thema umfassend Raum zu geben.“
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Noch ein Blick auf 2020: Wer sich dafür interessiert, wie lebendig es auf einer Wiese zugeht, kann sich schon mal den 6. Februar vormerken. In der Reihe „Feierabend“ zeigt Regisseur Jan Haft seinen Film „Die Wiese: Ein Paradies nebenan“ und stellt sich anschließend den Fragen des Publikums.
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