Später Neujahrsempfang der Tölzer CSU

Heimspiel für den Landratskandidaten

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Mal was anderes probieren: Die Tölzer CSU feierte – etwas verspätet – ihren Neujahrsempfang im „Gasthaus“. Begrüßt wurden sie von Vorsitzendem Ingo Mehner.

Der Justizminister als Festredner war erkrankt. Also mussten die CSU-Granden vor Ort beim Neujahrsempfang - erstmals im „Gasthaus“ - übernehmen und Bilanz ziehen.

Bad Tölz – Und sie bewegt sich doch. Die Erde. Und die CSU. Nach gefühlt ganzen Generationen von Versammlungen im „Kolber“ hat der Tölzer Ortsverband heuer mal was Neues probieren wollen und war mit seinem Neujahrsempfang in die Bierkeller-Katakomben des „Gasthauses“ im Mühlfeld gewechselt. Den Leuten gefiel’s, auch wenn die Treppen für die älteren Herrschaften schon eine Herausforderung darstellten.

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Man blieb unter sich, denn Justizminister Georg Eisenreich, der als Festredner kommen wollte, war wegen Krankheit ans Bett gefesselt. Die Lücke füllten die CSU-Granden des Landkreises. Die Anwesenden verfolgten interessiert zum Beispiel den ersten öffentlichen Auftritt von Anton Demmel als designierter CSU-Landratskandidat. Es war ein leicht gewonnenes Heimspiel des ehemaligen Tölzer Eishockeyspielers, Standesbeamten und Josefistift-Verwalters. Der Königsdorfer Bürgermeister trommelte ansonsten gar nicht so sehr für sich, als eher für die Europawahl am 26. Mai und Spitzenkandidat Manfred Weber von der CSU. Apropos Europa: Ihm, Demmel, stinke es auch, wenn die EU mitentscheide, wer in Königsdorf Baugrund bekomme. Doch genau das sei eben die Aufgabe: „Im System bleiben und besser werden.“

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Stichwort Wahlen: Ingo Mehner, der sich noch ziert, seine Bürgermeister-Kandidatur offiziell zu verkünden, wünschte sich zum Beispiel mehr kritische Bürger, die ihr Umfeld verbessern wollen. Das „große Ganze“ könne man am besten im Stadtrat anschieben, ein Amt, für das Mehner eifrig warb.

Das große Ganze vertrat in der Runde Bürgermeister Josef Janker, der als Festredner kurzfristig in die Bresche sprang. Janker gab nochmals eine ausführliche Leistungsbilanz seiner Rathaus-Mannschaft und streifte auch die aktuellen Themen Jahnschule, Josefistift und Bewegungshalle. Natürlich auch den Tourismus und das nicht unumstrittene Kneippbecken im Kurpark. Das, so Janker im schönsten Neudeutsch, sei kein „nice to have“, sondern ein „must have“.

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Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber nahm einmal mehr die quälend langsamen Verfahren in Deutschland bei Infrastrukturmaßnahmen aufs Korn. Die S-Bahn-Verlängerung Geretsried und die Tölzer Nordumgehung seien negative Paradebeispiele und „nicht mehr nachvollziehbar“. Das Thema Infrastruktur sei eine „Riesenherausforderung“. Im Kreistag will die CSU deshalb eine Resolution einbringen, dass im Zusammenhang mit der Neuausschreibung der Bayerischen Oberlandbahn auch der Halbstundentakt eingeführt wird. Wichtig sei auch das Thema Elektrifizierung der BOB. 

chs

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