VonAndreas Steppanschließen
Sie ist besonders hell und besonders hoch: Seit Anfang des Jahres steht den Tölzern die sanierte Sporthalle auf der Flinthöhe zur Verfügung. Der Stadtrat machte sich nun vor Ort ein Bild und ließ sich von Stefan Öttl vom städtischen Bauamt technische Details erklären. Die Stadträte zeigten sich angetan vom Ergebnis der 2,5 Millionen Euro teuren Sanierung.
Bad Tölz – „Das ist eine tolle Sporthalle geworden – eine der schönsten, die wir in Tölz haben“, stellte Bürgermeister Josef Janker (CSU) stolz fest. Allgemein könne sich Tölz damit brüsten, „dass es nicht viele Kommunen gibt, die eine derartige Dichte an Sportstätten anbieten kann“, erklärte Janker beim Ortstermin.
Die Halle auf der Flinthöhe ist freilich nicht neu dazugekommen, aber es gibt doch einen entscheidenden Unterschied zu früher: Nach dem Ausbau der Racquetball-Courts, die sich hier früher befanden, ist die Halle für eine deutlich größere Bandbreite an Sportarten nutzbar. „Vorwiegend wird die Halle für Ballsportarten belegt, aber auch die Polizeisportgruppe sowie Gruppen aus der Sport-Jugendherberge nutzen regelmäßig das Raumangebot“, erklärt Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach. Im Gegensatz zu anderen Tölzer Turnhallen findet hier keinerlei Schulsport statt. Vereine oder andere Gruppen können die Halle daher auch untertags problemlos belegen, wie Stadtkämmerer Hermann Forster betonte. Dennoch sei sie fast durchgängig belegt.
Die Bauarbeiten begannen bereits 2015. Die Sporthalle selbst wurde laut Otterbach dabei nur „behutsam saniert“. Der alte Parkettboden etwa blieb weitgehend erhalten. Trotzdem hat sich das Erscheinungsbild stark verändert. Zum freundlichen, hellen Aussehen trägt etwa die neu eingebaute Prallwand aus Birkensperrholz maßgeblich bei. „Dahinter ist ein Schallschutz eingebaut“, erklärte Öttl. Dadurch habe sich der Lärm deutlich verringert. „Das ist um den Faktor 80 besser geworden.“
Um die Prallwand realisieren zu können, seien die Fensteröffnungen verkleinert worden, so Birte Otterbach. Wie Öttl erklärte, erfolgt die Belüftung komplett über die Fenster. Man könne sie nach Lust und Laune per Hand öffnen. Es gebe aber zusätzlich auch einen CO2-Sensor. Wenn der anzeige, dass zu wenig Sauerstoff in der Luft sei, dann öffnen sich die Fenster automatisch.
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In der Halle wurden zudem die Wandflächen neu verputzt und die Stahlbetonstützen mit Spritzbeton verstärkt. An der Decke gibt es nun eingelassene LED-Bänder, eine integrierte Deckenstrahlheizung und Akustikelemente.
Auch wenn die Decke dadurch ein wenig niedriger wurde – „40 Zentimeter an den Seiten und 60 Zentimeter in der Mitte“, wie Öttl erläuterte –, bildet die Raumhöhe von immer noch 7,50 Metern weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal. Was es ebenfalls nur hier gibt: Demnächst werden an der Decke noch Vorrichtungen für Akrobaten angebracht, sodass etwa der Auf- und Abbau eines Vertikaltuchs und anderer Gerätschaften reibungslos möglich wird. „Damit können künftig Akrobatik-Workshops abgehalten werden, das sportliche Angebot in Bad Tölz wird um noch eine Attraktion reicher“, schwärmt Birte Otterbach.
Auch wenn die Halle selbst naturgemäß am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht: Der eigentliche Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der Sanierung der Umkleiden. Otterbach: „Nach der kompletten Entkernung wurden die Grundleitungen erneuert. Heute entsprechen die Sanitär- und Garderobenräumlichkeiten in Bezug auf Sicherheit, Hygiene und Ausstattung den modernsten Standards.“ Als eigenständiges Bauwerk wurde zudem ein Geräteraum an das bestehende Lagergebäude angebaut.
