Bei der Sanierung des Auer Ortskerns konnte der Markt nun Bauabschnitt 1 abschließen. Bei einem Ortstermin gab es auch Infos zum Bauabschnitt 2.
Au/Hallertau – Wer in der Nähe von Au wohnt oder öfter durch Au fahren muss, hat es natürlich längst bemerkt: Der Bauabschnitt 1 der Neugestaltung Untere und Obere Hauptstraße ist nun fertiggestellt. Gerade im Untergrund wurde dabei kein Lehmbrocken auf den anderen gelassen, um Leitungen und Rohre größtenteils auszutauschen. Oder wie es Yvonne Kaindl vom Bauamt Au formulierte: „Hier ist wirklich alles neu.“ Kostentechnisch sei der Rahmen eingehalten worden. Allerdings gab es auch zwei unerwartete Ausreißer.
Archäologisch interessant,aber störend
„Die Bohlenfunde in der Straße sind zwar archäologisch sehr interessant, aber baulich doch sehr störend“, erklärte Kaindl bei einer Pressekonferenz zum Baufortschritt Untere- und Obere Hauptstraße am Freitag im Auer Rathaus. Heißt im Klartext: Um die Funde zu sichern, musste ein Archäologe für Grabungen herangezogen werden. Kostenpunkt: rund 100.000 Euro.
Deutlich teurer als geplant wurde auch der Ausbau der Kreuzung Mainburger/Pfaffenhofener Straße im Schnittpunkt der Unteren Hauptstraße. Grund: Die eigentlich geplante Vollsperrung wurde vom Landratsamt Freising nicht genehmigt, da die Kreisbehörde ein „Verkehrschaos“ befürchtet hatte. Weil dadurch die Kommune gezwungen war, Teilausbauten durchzuführen, kam es zu Mehrkosten von rund 300.000 Euro.
Die Kosten seit dem Baubeginn 2021 schlüsseln sich so auf: 5,6 Millionen Euro für Straßen-, Kanal- und Wegebau, 100.000 Euro für Kanalarbeiten und 70.000 für die Verlegung der Glasfaser-Leerrohre. Erneuert wurden laut Kaindl rund 2000 Quadratmeter Fahrbahn und 1800 Quadratmeter Gehweg.
Bei der anschließenden Ortsbegehung stachen die Veränderungen gleich ins Auge, denn die Neugestaltung kommt hell und offen daher. Ein Highlight: In der Unteren Hauptstraße wurde ein bei den Bauarbeiten gefundener Brunnen nach „oben gezogen“, der als Metallzylinder samt Glasdeckel demnächst als historische Rückblende in das Dorfleben von anno dazumal illuminiert werden soll.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)
Was eigentlich geplant war, aber aufgrund des jüngsten Hochwasser-Ereignisses erst einmal auf Eis gelegt wurde, sind Sitzgelegenheiten direkt an der Abens. Neu ist auch eine Tempo-Beschränkung auf 30 Stundenkilometer innerorts bis zu den jeweiligen großen Kreuzungen, wie auch das absolute Halteverbot auf der Fahrseite Richtung Mainburg. In Richtung Nandlstadt/Reichertshausen darf laut Bürgermeister Hans Sailer auf der Straße geparkt werden, aber nicht auf dem Gehweg.
Bauabschnitt 2soll im Herbst 2024abgeschlossen sein
Was demnächst noch kommen soll, ist eine veränderte Vorfahrtsregelung an beiden Kreuzungen. Dort fehlen allerdings momentan noch die Beschilderungen und Kennzeichnungen auf dem Asphalt. Weitergehen soll es mit den Bauarbeiten laut Sailer ab dem Frühjahr 2023, die Fertigstellung von Bauabschnitt 2 ist für den Herbst 2024 geplant. Die Höhepunkte bei Bauabschnitt 2: ein Trinkwasserbrunnen vor dem Rathaus und Versorgungskästen am Marktplatz für Feste.
Richard Lorenz
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.
