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Hilfsangebot für Senioren in kürzester Zeit auf die Beine gestellt

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Stellten das Angebot für Tölzer Senioren vor: (v. li.) Rita Knollmann (Leiterin Mehrgenerationenhaus), Ellen Wagner (Kontaktstelle Alt und Selbständig), Franz Späth (Leiter Tölzer Jugendförderung), Bürgermeister Josef Janker.
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Senioren in Bad Tölz müssen nicht mehr aus ihrer Wohnung gehen, um Lebensmittel zu kaufen. Ab Montag gibt es einen Lieferservice, der alles vor die Türe bringt.

Bad Tölz – Tölzer Senioren müssen nicht mehr aus ihrer Wohnung gehen, um Lebensmittel zu kaufen. Ab Montag gibt es einen Lieferservice, der alles vor die Türe bringt. Verantwortlich dafür ist die Stadt Bad Tölz in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, der Initiative „Tölz hilft“ und der Kontaktstelle Alt und Selbständig. Bestellungen werden unter der Telefonnummer 08041/765544 entgegengenommen.

Die Organisationen wollen die Hilfe anbieten, wenn sich die Corona-Krise immer weiter zuspitzt: „Manche Senioren haben den Krieg mitgemacht und denken sich gar nichts dabei“, sagte Bürgermeister Josef Janker im Rahmen einer Pressekonferenz im Mehrgenerationenhaus. „Andere sind sehr vorsichtig, und manche haben eine Heidenangst vor dem Virus.“ 

Stadt Bad Tölz, BRK, „Alt & Selbstständig“ und „Tölz hilft“ arbeiten zusammen

Durch den Lieferservice sollen alle versorgt werden. Die Kontaktstelle bietet diesen Service schon seit geraumer Zeit in kleiner Form an, nun soll er ausgeweitet werden. Zwischen der Idee und der Realisierung lag nicht viel Zeit. „Am Dienstag haben wir telefoniert, am Donnerstag haben wir uns zusammengesetzt, und am Freitag war der Plan fertig“, berichtete Rita Knollmann, Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

„Schön, dass es in Tölz ein soziales Netzwerk gibt“

Sie selbst oder Ellen Wagner von der Kontaktstelle Alt und Selbstständig nehmen täglich zwischen 8.30 Uhr und 13.30 Uhr die Anrufe entgegen. Annahmeschluss ist am Freitag um 13.30 Uhr. Am Samstag und Montag wird die Ware im C&C-Großmarkt eingepackt. Am Dienstag oder Mittwoch wird sie ausgeliefert. Die Stadt streckt das Geld vor. Dann sollen die Senioren den Betrag auf das Konto der Jugendförderung überweisen, die zur Stadt Bad Tölz gehört und derzeit geschlossen ist. Die Stadt habe sich für den C&C-Großmarkt als Lebensmittel-Lieferanten entschieden, weil er die komfortabelste Abwicklung biete, sagte Janker.

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„Es ist schön, dass es in Tölz ein soziales Netzwerk gibt, sodass man solch ein Projekt in kürzester Zeit auf die Füße stellen kann“, sagte Franz Späth, zuständig für die kommunale Sozialplanung. Knollmann lobte die Rolle der Stadt, „die in Vorleistung geht und uns viel abnimmt“. Sie betonte, dass es Grenzen gibt. So wird pro Person nur einmal wöchentlich ausgeliefert, und das auch nur im Stadtgebiet plus angrenzende Ortsteile wie Burgstein. 

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Zudem gebe es nur Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Käse und Milch sowie Drogerie-Artikel und Putzmittel. „Cayenne-Pfeffer aus der Mongolei können wir nicht liefern“, sagte Knollmann lachend. Janker betonte, dass es sich um ein ergänzendes Angebot handle: „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Wir sind der Notnagel, wenn es keine Nachbarschaftshilfe gibt.“

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