Extreme Trockenzeit

Wasser wird in Franken knapp: Nürnberg bewässert Bäume daher mit Schwimmbadwasser

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Die Dürre in Franken lässt den Grundwasserspiegel senken. Auch in der nächsten Zeit scheint es trocken zu bleiben. Die Stadt Nürnberg reagiert auf den Wassermangel.

Nürnberg – Eine Hitzewelle folgt der nächsten. Das Wetter in den letzten Wochen stellt Natur und Mensch vor eine Herausforderung. Meteorologen rufen nach Regen, vor allem in Franken hält die Trockenzeit weiter an. Erste Landkreise reagieren auf den Wassermangel mit Regeln, sie regulieren unter anderem, wer wie viel und welches Wasser zum Gießen nutzen darf. Die Stadt Nürnberg reagiert jetzt mit einer anderen, kreativen Lösung.

Wassermangel in Franken: Nürnberg gießt Stadtbäume mit Schwimmbadwasser

Um Energie zu sparen, hatte Nürnberg bereits vor knapp drei Wochen drei der vier Hallenbäder schließen lassen. Der städtische Eigenbetrieb Nürnberg Bad (NüBad) und der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) haben sich laut Pressemitteilung der Stadt in diesem Sommer zusammengetan und bilden „eine Allianz gegen die Trockenheit“. Sie pumpen das Schwimmbadwasser aus den geschlossenen Hallenbädern Südwestbad und Nordostbad ab und verwenden es zur städtischen Baumbewässerung.

Die Stadt Nürnberg wird beim Wassersparen kreativ: Ein Wagen pumpt Wasser aus dem Außenbecken des Südstadtbads.

„Aufgrund der immer länger und extremer werdenden Hitzeperioden brauchen wir mehr Bewässerung, insbesondere unserer Stadtbäume. Dafür habe ich bei NüBad und Sör angeregt, ob wir nicht einen kreativen Weg gehen wollen. Das hat tatsächlich geklappt“, wird Bürgermeister Christian Vogel, gleichzeitig Erster Werkleiter von Sör und NüBad, zitiert.

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Nürnberg pumpt Schwimmbadwasser ab: „Technisch und logistisch gar nicht so einfach“

Sör würde derzeit rund 9500 Bäume mit rund 18 Millionen Liter Wasser im Jahr versorgen. Innerhalb des Mittleren Rings in Nürnbergsind vier Sör-Wasserfahrzeuge im Drei-Schicht-Betrieb in der Zeit von April bis Oktober im Einsatz. „Es war technisch und logistisch gar nicht so einfach, die Voraussetzungen zu schaffen“, sagt Vogel. 200 000 Liter Wasser habe man dann doch aus dem Südstadtbad abpumpen und wiederverwenden können. „Damit konnten rund 20 Wässerwagen befüllt werden.“

Das Chlor im Wasser hatte sich zuvor abgebaut und das Wasser konnte daher problemlos wiederverwendet werden. „Auch wenn es nicht der Riesen-Schritt ist: Ich glaube, es zeigt, dass wir alle beim Wasser- und Energiesparen kreativer werden können und müssen“, ist sich Vogel sicher. (tkip)

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Rubriklistenbild: © Karl Peßler/SÖR/Stadt Nürnberg

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