Alles Schwitzen war umsonst

Leichte Entwarnung in Moosburg – aber der Isar-Pegel bereitet dem Bürgermeister Sorge

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Mit fünf Fahrzeugen und enormer Pumpleistung rückte das THW an die Moosburger Kläranlage aus. Dort funktionierte der Abfluss nicht mehr, weil sich das Wasser zurückstaute. Die Einsatzkräfte konnten den Betrieb so aufrechterhalten.
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Bürgermeister Josef Dollinger konnte am Dienstag leichte Entwarnung geben, was die Hochwassersituation in Moosburg angeht. Sorge bereitet ihm allerdings, dass der Pegel der Isar zuletzt wieder angestiegen ist.

Moosburg – „Die Leute sehen wieder Land.“ Mit diesem sowohl übertragen als auch im wahrsten Sinn des Wortes gemeinten Satz hat Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger am Dienstag die Lage in der Dreirosenstadt beschrieben. Doch auch wenn man im Vergleich zu Hohenkammer, Allershausen und anderen Ampertal-Gemeinden „noch relativ gut weggekommen“ sei, seien die Auswirkungen für die vom Hochwasser Betroffenen freilich dramatisch.

Wasser stieg schlagartig um 75 Zentimeter

So tue es ihm leid und weh, wenn er an die Bewohner der Gehöfte denke, die es westlich der Westumfahrung und im Bereich des Langen Wegs erwischt habe. Am Montag hätten deren Bewohner gegen Mittag noch gekämpft und „geschwitzt“, hätten ihr Hab und Gut mit Sandsäcken zu schützen versucht. Als dann aber der Deich der Amper brach, sei das Wasser schlagartig um 75 Zentimeter angestiegen und habe diesen Bereich komplett überflutet, schildert Dollinger diese dramatischen Stunden. Und: „Ich wüsste nicht, wie man das hätte vermeiden können.“

In Thalbach vor den Toren Moosburgs mussten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Co. vier Personen evakuieren. Manch einer habe sein Heim unter Tränen verlassen, sagt Bürgermeister Dollinger.

Derzeit sei es wichtig – auch aus psychologischen Gründen – den Kontakt zu den Eingeschlossenen aufrechtzuerhalten. Laut Mitteilung des BRK wurden in Thalbach vier Personen evakuiert. Dollinger schildert, wie manch einer unter Tränen sein Heim verlassen habe. Laut Dollinger sei es „Gold wert“ gewesen, den Bahndamm bei Unterreit mit einer Plane zu sichern. So habe wohl die Bonau „gerettet“ werden können. Für die Zukunft müsse man sich da freilich etwas einfallen lassen, denn Planen seien ja auf Dauer nicht das geeignete Mittel. Um die Bonau vor größeren Grundwasserschäden zu bewahren, versuche man, den derzeitigen Pegel im Amper-Überleitungskanal zu halten.

„Ich glaube, wir haben in Moosburg alles richtig gemacht“

Weitere gute Nachrichten, die Dollinger zu verkünden hatte: Gott sei Dank sei es zu keinen Personenschäden gekommen, die Kernstadt sei von den Fluten verschont geblieben und auch die Kläranlage sei weiterhin voll in Betrieb. Auf Meldungen vom Montagabend, der Abfluss der Kläranlage funktioniere nicht mehr, weil sich das Wasser zurückstaue, habe man zusammen mit dem Technischen Hilfswerk sofort reagiert. Mit fünf schweren Fahrzeugen und enormer Pumpleistung sei das THW vor Ort gewesen und habe dafür gesorgt, dass das Wasser abgepumpt werde und die Kläranlage weiterhin einwandfrei funktioniere.

„Wir haben die Schäden minimiert“, betont Dollinger und fügt an das Lob für alle Einsatzkräfte und deren vorbildliche Zusammenarbeit an: „Ich glaube, wir haben in Moosburg alles richtig gemacht.“ Zwar sei die Hoffnung groß, dass man das Schlimmste überstanden habe, aber etwas bereitet dem Rathauschef schon noch Sorgen: Die Isar, deren Pegel am Sonntagvormittag an der Messstelle Zur Länd 2,50 Meter betrug und dann auf 1,90 Meter fiel, war bis Redaktionsschluss wieder auf 2,65 Meter gestiegen. Und die Isar werde wohl weiter steigen, weil offensichtlich der Sylvensteinspeicher geöffnet worden sei, so Dollinger. Seine Warnung: „Da kann sich was zusammenbrauen.“ 

Der Live-Ticker des Freisinger Tagblatt bietet laufend aktuelle Informationen zu den weiteren Entwicklungen des Hochwassers.

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