Gemeinderat

Hochwasser-Schäden kommen Dietramszell teuer zu stehen

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Dieser Düker, in dem Leitungen der Telekom verlaufen, brach durch die Gewalt des Isarhochwassers.
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Das Ausmaß des Isar-Hochwassers trifft die Gemeinde mehr als zunächst angenommen.

Dietramszell – Bürgermeisterin Leni Gröbmaier informierte am Dienstag den Gemeinderat über das Ausmaß der Schäden durch das Isar-Hochwasser. Als „etwas seltsam“ bezeichnete sie in diesem Zusammenhang den zeitlichen Ablauf, wie die Schäden bekannt wurden. Wie berichtet waren die Internet-Verbindung von Ascholding unterbrochen und auch der Abwasserkanal zerstört worden. „Das Endstück des abgebrochenen Rohres kann jetzt jedermann sehen. Es ragt aus der Isar heraus, die mittlerweile wieder zurückgegangen ist.“

Am Freitag, 31. Mai, war Ascholding plötzlich vom weltweiten Netz abgeschnitten. „Davon habe ich dann erst am folgenden Montag erfahren, als die Heimatzeitung bei mir anrief“, berichtete die Rathauschefin. „Auf den defekten Abwasserkanal wurde ich dann erst am Mittwoch gestoßen“, so Gröbmaier. Daraufhin sei sofort das Pumpwerk abgestellt worden, um eine weitere Verunreinigung des Isarwassers zu vermeiden. Die Düker für die Leitungen seien drei Meter unter dem Flussbett verlegt gewesen. „Ich bin richtig erschrocken, als das Wasserwirtschaftsamt bei einem dann sofort anberaumten Ortstermin erklärte, dass sich die Isarsohle bei einem Hochwasser etwa um diese Höhe bewegen kann“, führte die Bürgermeisterin aus. Die Konsequenz daraus: „Bei der Reparatur werden wir mit den Dükern wohl fünf Meter unter das Isarbett gehen müssen.“ Dritter Bürgermeister Josef Hauser ergänzte: „Eine funktionierende schnelle Internet-Verbindung ist zwar wichtig, aber deutlich wichtiger ist die Klärung des Abwasserproblems. Dieses Thema müssen wir sofort mit Nachdruck bearbeiten.“

Das Internet funktioniert seit Freitag, 7. Juni, wieder. Die Telekom hat über zwei mobile Träger provisorisch ein neues Glasfaserkabel über die Isar gezogen. Die Ascholdinger Abwässer werden derzeit per Lkw zur Pumpstation in Baiernrain gebracht. Dort werden sie in den Kanal eingeleitet, der an der Tattenkofener Brücke über die Isar in Richtung Geretsried führt. „Aber auch das ist keinesfalls eine Dauerlösung, da dabei das Baiernrainer Pumpwerk wegen der zusätzlichen Menge nahe an seine Belastungsgrenze kommt“, so Gröbmaier.

Wie die Bürgermeisterin auf Nachfrage erklärt, sei die Reparatur der beschädigten Düker deshalb so problematisch, da der Unglücksort in einem sehr sensiblen Naturschutzgebiet liegt. „Als Erstes brauchen wir jetzt die Genehmigung der oberen bayerischen Naturschutzbehörde, dass wir da mit schwerem Gerät überhaupt reinfahren dürfen.“ Man suche mit Hochdruck nach einer Lösung, wobei diverse Ansätze geprüft würden. Dazu arbeitet die Gemeinde eng mit der Telekom zusammen: „Erstens um keine Zeit zu verlieren und um eventuell etwas Geld zu sparen. Denn teuer genug wird die ganze Sache sowieso.“ Da es sich um Hochwasser-Schäden handelt, schlug ihr Stellvertreter Hauser, selbst Ascholdinger, in der Sitzung vor zu prüfen, ob es „eventuell eine Härtefall-Förderung gibt“.  

esc

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