Hochwasser

Schlehdorf atmet auf, Kochel bangt weiter

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Zwei Dämme schützen vor der Gewalt der Loisach: Bei Unterau hielt der Hochwasserschutz der Flut stand. Die Bevölkerung konnte am Montagvormittag aufatmen.

Kochel am See/Schlehdorf - In Kochel kämpften Feuerwehr, Schützenverein und weitere Freiwillige den ganzen Tag um die Rettung des Schützenhauses vor Überflutung. Schlehdorfs dagegen atmete am Montagmorgen auf.

Zwei Brennpunkte des Hochwassers waren die beiden Nachbargemeinden am Kochelsee.

Die Schlehdorfer Feuerwehr hatte drei Bereitschafts-Schichten eingeteilt, um die Nacht über die Dämme auf beiden Seiten der Loisach bei Unterau zu überwachen. Besonders wichtig ist derjenige auf der Seite der Ortschaft Unterau, der zuletzt um 50 Zentimeter erhöht wurde. Weder dieser noch der andere, der vor den Kochelsee-Mooren steht, wurde am Ende überspült. Der Loisachpegel hatte die Spitze von etwa 4,20 Meter in den Morgenstunden des Montags erreicht und sank von da an wieder. „Wir haben Glück gehabt“, stellte Jocher fest. Stolz ist er auf den Zusammenhalt, den das Dorf gezeigt hat. „Die Bevölkerung hat sehr fleißig mitgeholfen“, berichtet er. 7500 Sandsäcke füllten die Freiwilligen von Hand, 5000 davon hatten die Nachbarn aus Kochel zur Verfügung gestellt. Den Schlehdorfer Realschülerinnen becherte das Hochwasser unterdessen einen zusätzlichen Ferientag: An St. Immaculata fiel der Unterricht aus.

In Kochel gab es gestern bis zum frühen Abend keine Entwarnung. Der Loisachpegel am Kochelseeauslauf stieg und stieg, bis auf etwa vier Meter - vor dem Hochwasser lag er bei 75 Zentimetern. „Wir wissen nicht, ob der Damm vor dem Schützenhaus hält, er weicht immer mehr auf“, schilderte Bürgermeister Thomas Holz am Nachmittag die Lage. Die Helfer schichteten Sandsack-Barrieren auf.

Als „umproblamatisch“ bezeichnete Holz dagegen, dass die Kochler Kläranlage „planmäßig geflutet“ wurde und Wasser in den Keller eintrat. Gesperrt werden musste gestern die Trimini-Straße, das Freizeitbad schloss. Überflutet war auch die Straße zwischen Kochel und Schlehdorf. Einspurig offen bleib dagegen die B 472. Hier durchqureten die Autos aber nahe der Loisachbrücke bei Urthal einen wahren See.

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