Regierung hat Pläne geprüft

Hochwasserschutz: Grünes Licht an der Großen Laine

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Im Hochwasserfall eine potenzielle Gefahr: Die Große Laine fleißt vom Jachenauer Ortsteil Dorf aus zwischen Rechen und Setzplatz hindurch und an Point vorbei, bis sie in die Jachen mündet.
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Seit vielen Jahren wird über dieses Millionenprojekt diskutiert: In der Jachenau sollen mehrere Ortsteile vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt werden. Nun ist das Vorhaben einen entscheidenden Schritt weiter.

Jachenau – Es ist ein Projekt, das schon lange in der Warteschleife ist: 2011, so berichtete der Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, habe es die ersten Gespräche über den Hochwasserschutz an der Großen Laine gegeben. Jetzt, sieben Jahre später, vermeldete Riesch den nächsten wichtigen Schritt zur Umsetzung der millionenschweren Maßnahme: Die Regierung von Oberbayern hat das Konzept geprüft und für genehmigungs- und zuschussfähig befunden. Wann tatsächlich gebaut wird, ist damit trotzdem noch nicht klar.

Wie mehrfach berichtet sieht das Konzept des Wasserwirtschaftsamts sechs Bauabschnitte entlang des Bachs vor, mit denen die anliegenden Ortsteile Dorf, Rechen, Setzplatz, Erbhof und Point für den Fall eines 100-jährlichen Hochwassers geschützt werden sollen. Vorgesehen sind ein Deich oberhalb des „Schützenhauses“, eine Bruchsteinmauer im Ortsteil Dorf, etwas weiter, im Gelände Richtung Rechen/Setzplatz ein Deich, eine Geländeaufschüttung und eine Steinsatzerhöhung als Abgrenzung zu den Ortsteilen Rechen und Setzplatz; schließlich, auf dem Stück von Setzplatz bis zur Einmündung der Großen Laine in die Jachen, eine Aufweitung des Bachbetts um drei Meter.

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Die veranschlagten Kosten liegen bei 1,6 Millionen Euro. Riesch erläuterte im Gemeindebereich die Berechnungen, nach denen auf die Gemeinde ein Anteil von 355 000 Euro entfallen würde. Für die kleine Gemeinde ist das ein riesiger Batzen Geld. Schon allein von der Finanzplanung her brauche die Kommune daher zumindest grobe Angaben zum zeitlichen Horizont der Baumaßnahme, wie 2. Bürgermeister Georg Rauchenberger mahnte. Riesch meinte, dass die Summe voraussichtlich erst im Haushalt 2022 eingestellt werden müsse.

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Bis dahin dürfte der Hochwasserschutz wohl gebaut sein. Ursprünglich einmal war ein Baubeginn bereits für 2017 angekündigt. Bevor es losgehen kann, stehen – Stand jetzt – aber erst noch andere Schritte an. „Ich betone noch einmal, dass bis jetzt nur ein Grobkonzept vorliegt“, sagte Riesch. Erst jetzt, nachdem die Regierung grünes Licht gegeben hat, gehe das Wasserwirtschaftsamt in die Detailplanung. Sobald die fertig sei, „wird sie öffentlich ausgelegt“, ergänzte der Rathauschef. „Jeder Bürger kann dann seine Meinung dazu äußern. Alle Einsprüche werden behandelt und abgewägt.“ Noch nicht abschließend geklärt sei in der Vorplanung etwa die Gestaltung der Einleitung des Schandlbachs, „damit er auch mit Sicherheit keinen Rückstau auf den Ortsteil Rechen verursacht“, so Riesch.

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Die Gemeinde drückt der Schuh aber auch noch an anderen Stellen. „Was mir gar nicht gefällt, ist, dass wir den Grund, den wir gekauft haben, jetzt unentgeltlich zur Verfügung stellen sollen“, monierte Rauchenberger. Riesch kritisierte zudem, dass es an der Gemeinde hängen bleiben soll, ökologische Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen. „Da gibt es schon noch einige Punkte, über die wir mit dem Wasserwirtschaftsamt ernsthaft diskutieren müssen“, stellte das Gemeindeoberhaupt fest. Nachdem die Gemeinde nun schon so viele Jahre gewartet habe, müsse nun auch noch Zeit für diese Gespräche bleiben.

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