VonSilke Schederschließen
Ein roter Punkt und dahinter das Wort „geschlossen“: So sind auf der Homepage von „Tölzer Land“ aktuell alle Loipen im Landkreis gekennzeichnet. Das könnte sich bald ändern.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Einen Versuch war es wert: Ein Mitarbeiter des Jachenauer Bauhofs probierte Mitte der vergangenen Woche, die Loipe „Beim Dannerer“ zu spuren. „Er hat aber leider nur das ganze Feld kaputtgemacht“, sagt Sonja Eichbichler von der Gästeinformation bedauernd. Zwar liegen im Sonnental zehn bis 15 Zentimeter Schnee: Das reicht laut Eichbichler aber nicht. Außerdem sei es deutlich zu warm.
Gäste in Lenggries werden nach Österreich geschickt
„Wir brauchen Minus-Temperaturen und wir brauchen Schnee“, fasst Ursula Dinter-Adolf die Situation zusammen. Ihre Gäste schickt die Lenggrieser Tourismus-Chefin im Moment ins österreichische Hinterriß. Die Karwendelloipe dort bietet zumindest klassischen Langläufern die Möglichkeit, ihren Sport auszuüben. „Und es gibt ja genügend Möglichkeiten, etwas anderes zu machen“, betont Dinter-Adolf. Das schöne Wetter eigne sich zum Beispiel für Schneeschuhwanderungen. „Und oben am Brauneck kann man gut Skifahren.“ Trotzdem hofft die Touristikerin, dass es Lenggries in den nächsten Tagen endlich so richtig kalt erwischt: Am 21. Februar beginnen in Bayern schließlich die Faschingsferien – und die nutzen viele Familien für einen Urlaub in den Bergen.
Auch die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter hofft bis zu den Ferien auf Schnee – vor allem, um endlich die neue Höhenloipe am Blomberg anlegen und in den Probebetrieb gehen zu können. Wie berichtet wollen der Skiclub und die Stadt Bad Tölz auf knapp 1300 Metern Seehöhe eine zwei Kilometer lange klassische Loipe spuren. Die Strecke wäre eine der höchst gelegenen Deutschlands – und soll sich zu einem Besuchermagneten entwickeln.
Kai Zorn gibt Touristikern und Wintersportlern Anlass zur Hoffnung. „Aktuell haben wir es mit extrem milder Luft zu tun, die vom Mittelatlantik bis zu uns ins Oberland kommt“, erklärt der Meteorologe aus Ellbach. Kommenden Dienstag aber erreiche Polarluft die Region. „Besonders in den Alpentälern und am direkten Alpenrand versprechen uns die Wettermodelle eine gute Packung Neuschnee“, sagt Zorn. Danach beschere ein Hoch dem Oberland Sonnenschein mit leichten Plusgraden tagsüber und Minustemperaturen nachts – und damit bestes Wintersportwetter, prophezeit der Experte, dessen ausführliche Einschätzung Interessierte im Internet unter www.kaizornwetter.com nachlesen können.
Winter, wenn ihn keiner mehr will
Im Februar erwartet Kai Zorn „das altbekannte Hin und Her zwischen mildem Wind samt Regen und Föhn sowie Polarlufteinbrüche mit Schnee“. Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht: „Nach solchen milden und teilweise trockenen Föhn-Wintern“, sagt der Meteorologe, „kommen Kälte und Schnee gerne hinten raus – wenn den Winter keiner mehr will.“
Lesen Sie auch:
Super Bowl auch im Landkreis ein wichtiges Event – für das viele sogar Urlaub nehmen
Von hinten angeschossen: Kater Klausi überlebt schwer verletzt
