VonFlorian Prommerschließen
2020 will die BOB, so der Plan, ihre alten Integral-Züge ausrangieren und neue Dieselzüge anschaffen. Ein möglicher Nachfolger war am Mittwoch bereits zum Testen in Holzkirchen.
Holzkirchen – Gegenwart und Zukunft waren sich am Holzkirchner Bahnhof gestern ganz nah. Während auf Gleis 1 einer der altgedienten Integral-Züge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) einfuhr, parkte auf dem Abstellgleis nebenan einer der Züge, der die Passagiere künftig durchs Oberland befördern könnte: ein Lint 54.
Wie berichtet, sollen ab 2020, so der Plan der BOB-Verantwortlichen, deutlich modernere Dieselfahrzeuge die bisherige Flotte ersetzen, um die Zeit bis zur wohl für frühestens 2032 realisierbaren Elektrifizierung der Strecken nach Tegernsee, Bayrischzell und Lenggeries zu überbrücken. Offenbar zieht das Unternehmen dabei auch den Lint in Betracht. Das Modell, das nun für einen Kopplungstest nach Holzkirchen gebracht wurde, verkehrt für die Bayerische Regiobahn (BRB) ab Dezember 2018 unter anderem von München nach Füssen.
Das ist besser an den Lint-Zügen
BOB-Mitarbeiter um Geschäftsführer Fabian Amini machten sich schon einmal ein Bild vom Lint. Der erste, große Unterschied: die Lautstärke. Steht man zwischen den Modellen, übertönt das Dröhnen des Integrals das Surren der Lint-Motoren. Öffnen sich dessen Türen – neu: mit akustischem Signal – erstreckt sich ein helles und dadurch geräumiger wirkendes Abteil mit modernen Decken-Monitoren.
Manfred Holthoff, Mitglied des Fahrgastbeirats, war ganz angetan vom möglichen Integral-Nachfolger. Vor allem die WCs für Schwerbehinderte und die Plätze für Begleitpersonen hob er lobend hervor. „Viele unserer Anregungen sind hier verarbeitet“, sagte Holthoff.
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