43 Erstspender lassen sich anzapfen

Blutspende-Rekord: BRK ist überwältigt von Ansturm

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Das Blut floss in Strömen: So zahlreich wie am 15. Mai streckten die Holzkirchner ihre Arme noch nie den Kanülen der Ärzte entgegen. 231 Freiwillige waren zum Blutspenden in die Mittelschule gekommen – trotz Corona oder gar wegen Corona?

Holzkirchen – Markus Probst traute seinen Augen kaum. Die Warteschlange, die sich am 15. Mai vor dem Erfassungstisch des Blutspendendienstes in der Holzkirchner Mittelschule bildete, sie wollte kein Ende nehmen. „Der Andrang an diesem Freitag war gewaltig“, sagt der Leiter der Holzkirchner BRK-Bereitschaft, „an so viele Spender bei einem Termin kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.“

In der Regel erscheinen in Holzkirchen etwa 160  bis 180 Spender an einem Termin, diesmal waren es 231 –fast ein Drittel mehr. Dabei waren die Umstände alles ander als einladend: Die Abstandsregeln, die Kälte, die lange Wartezeit, das Fiebermessen am Eingang. „Sie sind alle geduldig im Gang gestanden, haben brav ihre 1,50 Meter Abstand gehalten“, berichtet Probst. In der Reihe warteten unter anderem Bürgermeister Christoph Schmid und Feuerwehr-Kommandant Ludwig Würmseer. 30 Wartende kamen gar nicht dran, für sie reichte die Zeit nicht mehr.

„Dieser Rückhalt tut uns wahnsinnig gut“

Für Probst und sein Team, das die Blutspende coronabedingt mit halbierter Personalstärke meistern musste, war der Andrang kein Zufall. „Die Unterstützung der Holzkirchner für das BRK ist einfach phänomenal“, sagt der Bereitschaftsleiter, „dieser Rückhalt tut uns wahnsinnig gut.“ Er wertet die große Spendenbereitschaft auch als Anerkennung für die vielen Corona-Einsätze der Bereitschaft; zuletzt halfen die Holzkirchner Rotkreuzler im Umfeld des schwer gebeutelten Senioren-Pflegeheims in Schliersee.

Die Spender kamen, obwohl die BRK-Helfer coronabedingt nicht das übliche Blutspenden-Rahmenprogramm mit Brotzeit und geselligen Ratschrunden bieten konnte. Nach dem Abzapfen von je 250 Milliliter Blut drückte man den zur Ader Gelassenen ein Lunchpaket mit kleinen Aufmerksamkeiten in die Hand. „Aber deswegen ist niemand gekommen“, ist sich Probst sicher.

Ein Zeichen der Solidarität?

Auffällig war die Zahl der Erstspender. 43 der 201 Freiwilligen, die sich am 15. Mai anzapfen ließen, wagten sich zum ersten Mal an die BRK-Nadel. „Liegt vielleicht auch daran, dass viele gerade jetzt Zeit haben“, sagt Probst. Das allein aber könne es nicht sein. Bei den BRK-Aktiven in der Marktgemeinde sei eine andere Botschaft angekommen: „Die Holzkirchner wissen, dass wir beim BRK jetzt coronabedingt eine angespannte Situation haben und alles tun, um anderen zu helfen“, glaubt Probst, „die wollten was zurückgeben und sich solidarisch zeigen.“

Die nächste Blutspende in Holzkirchen findet am Freitag, 17. Juli, von 16 bis 20.30 Uhr wieder in der Mittelschule Holzkirchen statt (Baumgartenstraße 7). Durchgeführt wird die Aktion wie gewohnt vom Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes, das Holzkirchner BRK kümmert

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