VonMarlene Kadachschließen
Am 1. Mai wird Christoph Schmid (CSU) der neue Bürgermeister von Holzkirchen. Wie er sich derzeit auf die Amtsübernahme vorbereitet, verrät der 50-Jährige im Interview.
Holzkirchen – Der Abschied von seinem Job bei der Kreissparkasse schmerzt ein bisschen. Doch der 50-jährige Christoph Schmid (CSU) freut sich auch sehr auf seine neue Aufgabe, nachdem er sich in der Stichwahl gegen Robert Wiechmann (Grüne) durchgesetzt hat. In Zeiten von Corona macht sich der designierte Bürgermeister von Holzkirchen schon Gedanken über die Finanzen. Ein Gespräch über Anspannung, Enthusiasmus und Demut.
Herr Schmid, haben Sie Ihren Schreibtisch in der Kreissparkasse in Miesbach schon abgeräumt?
Christoph Schmid: „Einen Teil habe ich mitgenommen, aber ein paar Kisten muss ich noch holen. Eigentlich hätte ich mit meinen Überstunden und dem Resturlaub seit Anfang April frei gehabt. Aber wegen der Übergabe an meine Kollegen habe ich noch gearbeitet. Die tägliche Arbeit wird von Tag zu Tag allerdings dünner.“
Tut das Scheiden weh?
Schmid: „Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Schließlich war ich 24 Jahre bei der Sparkasse beschäftigt, seit neun Jahren in Miesbach. Ich war zuletzt für die Firmenkundenbetreuung zuständig, im Bereich Investments und Bauvorhaben. Der Abschied von langjährigen Kunden fällt schwer. Aber es überwiegt die Freude. Ich bin jetzt 50 Jahre alt und sehe es als Chance, meinem Leben eine neue berufliche Wendung zu geben.“
Die Abschiedsparty mit den Kollegen fällt wohl flach.
Schmid: „Der Abschied wird sehr profan sein. Ich bringe am letzten Tag Kuchen mit. Im Sommer gebe ich eine Abschiedsparty, sofern es wieder geht.“
Bald nehmen Sie im Chefsessel des Rathauses Platz. Sind Sie schon nervös?
Schmid: „Als nervös würde ich mich nicht bezeichnen. Es ist eher eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung. Ich gehe das Ganze mit Enthusiasmus und Demut an.“
„Vielleicht nicht mehr so kämpferisch wie als Fraktionsführer“
Erfahrung dürften Sie genug mitbringen. Immerhin sind Sie seit 2011 Gemeinderat und seit 2015 CSU-Fraktionsvorsitzender.
Schmid: „Ich traue mir das zu. Auch wenn ich künftig eine andere Rolle einnehmen werde. In den Gemeinderatssitzungen werde ich dann eher moderierend auftreten. Vielleicht nicht mehr so kämpferisch wie als Fraktionsführer.“
Corona wirbelt alles durcheinander. Sie haben sich Ihren Einstieg sicher anders vorgestellt.
Schmid: „Man wünscht sich natürlich andere Parameter für den Einstieg. Zum Teil sind die Mitarbeiter im Rathaus im Homeoffice. Ich mache mir Gedanken über die finanzielle Situation der Gemeinde. Durch Corona haben viele Firmen Kurzarbeit, wodurch Einkommens- und Gewerbesteuer niedriger ausfällt. Da müssen wir uns bei der Planung von Projekten auf das Wesentliche fokussieren. Betroffen sind auch unsere kommunalen Betriebe wie Frischeküche und Kultur im Oberbräu.“
Als Bürgermeister werden Sie viele Kontakte haben. Fürchten Sie sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus?
Schmid: „Ich bin im Umgang mit dem Virus sehr entspannt, lasse aber trotzdem Vorsicht walten. Wenn ins Rathaus Gäste kommen, müssen diese und unsere Mitarbeiter einen Mundschutz tragen.“
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Wie wickeln Sie die Übergabe mit Vorgänger Olaf von Löwis ab? Dieser hat mit seinem künftigen Job als Landrat sicher zu tun.
Schmid: „Bis 30. April ist Löwis der Souverän, aber er bindet mich schon gut ein. Seit der Stichwahl bin ich täglich im Rathaus. Er lässt mich bei den Dienstbesprechungen der Abteilungsleiter dabei sein. Und ich kümmere mich schon um ein paar Aufgaben.“
Welches Thema wollen Sie als Erstes anpacken?
Schmid: „Nachdem wir viele große Themen haben und man sich bei den meisten mit externen Partnern abstimmen muss, etwa bei der Südspange mit dem Staatlichen Bauamt, ist das schwer zu sagen. Ich möchte erst mal ankommen. mir einen Überblick verschaffen und dann loslegen. Ich verfüge schon über einen gut gefüllten Terminkalender.“
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