VonFranziska Konradschließen
Im Ickinger Gemeinderat findet man künftig ein paar neue Gesichter. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass sich fünf bisherige Gremiumsmitglieder verabschieden.
Icking – Ganze 36 Jahre hatte Georg Frech (CSU) einen Sitz im Gemeinderat. Heuer kandidierte der Irschenhauser bewusst auf dem letzten Listenplatz. „Jetzt ist es an der Zeit, dass die Jungen nachkommen“, begründet der 68-Jährige seine Entscheidung.
„Es an der Zeit, dass die Jungen nachkommen“
Die Tatsache, dass seine Vereinigung einen ihrer drei Mandate verlor, enttäuscht Frech. „Aber nachdem die Grünen mit vier Sitzen so aufgebaut haben, ging es ja nicht nur uns so.“ Besonders ein Punkt war dem Landwirt im Ruhestand im Gemeinderat stets ein wichtiges Anliegen: „Dass alle gleich behandelt werden – egal, um was es geht.“
Die Ickinger Initiative büßte ebenfalls einen Sitz ein. Hier traf es Dr. Alfred Vogel. Seinen Abschied aus dem Gremium sieht der 77-jährige jedoch gelassen: „Ich war jetzt 30 Jahre mit dabei. Außerdem hatten wir sowieso vor, bald einen Wechsel einzuleiten.“
Icking: Alfred Vogel nach 30 Jahren nicht mehr im Gremium
Seit der Gründung der Ickinger Initiative im Jahr 1990 ist Vogel aktives Mitglied. „Für unsere Vereinigung werde ich weiterhin im Hintergrund mit dabei sein“, betont er. Langweilige plagt den selbstständigen Ingenieur auch sonst nicht: Fast jeden Tag arbeitet Vogel noch in seinem Büro. „Und wenn ich wieder etwas mehr Zeit für meinen Garten habe, kommt mir
das sehr entgegen.“
„Ich habe immer schon betont, dass man nicht darauf bauen kann, ewig seinen Sessel zu behalten“, sagt Martin Schlickenrieder. Der Zweite Vorsitzende der Parteifreien Wählergemeinschaft (PWG) erhielt 329 Stimmen – und ist nach zwölf Jahren nicht mehr im Gemeinderat vertreten.
„Klar denkt man sich im Nachhinein: Ein paar Stimmen mehr hätten’s schon sein können. Aber mit dem Ergebnis kann ich gut leben“, erklärte der 54-Jährige aus Dorfen. Außerdem sei es „ganz schön“, abends nicht mehr in die Sitzungen zu müssen. „Die Zeit kann ich jetzt anders nutzen“, sagt der Gastwirt.
Gabriel Baumüller zog es aus persönlichen Gründen nicht mehr in den Gemeinderat. „Jetzt wird es einfach Zeit, Platz für die Jüngeren zu machen“, sagt der 63-Jährige. Daher kandidierte der Parteilose auf dem letzten Listenplatz für die Grünen.
Vor sieben Jahren kam Baumüller als Nachrücker in den Ickinger Gemeinderat. Die Grünen bildeten damals eine gemeinsame Liste mit der SPD. Komplett aus der Kommunalpolitik zurückziehen will sich der Bildhauer aber nicht. Denn Bürgerbeteiligungen waren dem Ickinger „schon immer ein Anliegen: Wenn es da etwas zu tun gibt, bin ich dabei“, betont Baumüller.
Bei Elisabeth Höflich-Häberlein (SPD) steckten die Enkelkinder dahinter, dass die rechtliche Betreuerin nicht mehr kandidierte. „Als Oma hat sich mein neuer Lebensmittelpunkt mehr nach München verlagert“, erklärt die 64-Jährige. Das Gefühl für Icking sei deshalb „ein bisschen verloren gegangen“.
Höflich-Häberlein ist seit über 40 Jahren Mitglied in der SPD, acht Jahre saß sie im Gemeinderat. Ausstieg hin oder her – eines steht für sie fest: Ganz auf die Kommunalpolitik verzichten wird sie nicht. „Bei gezielten Aktionen, etwa beim Thema Senioren oder Verkehr, möchte ich mich weiterhin engagieren.“
Auch die Nachfolgerin von Bürgermeisterin Margit Menrad steht fest. UBI-Kandidatin Verena Reithman gewann in der Stichwahl gegen ihre Herausforderin Laura von Beckerath-Leismüller.
kof





