Es gibt Alternativen zum Auto

Gegen das Verkehrschaos: Ickinger Schulen starten Projekt „Schulzentrum autofrei“

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Nicht zu übersehen: Grundschulleiter Anton Höck, Schulweghelferin Sabine Dollmann und Hausmeister Walter Scholz bringen die Banner an, die Autofahrer auf das Projekt aufmerksam machen sollen.
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Kurz vor Schulbeginn herrscht in Icking Verkehrschaos, weil etliche Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Das soll sich nun ändern – durch das Projekt „Schulzentrum autofrei“.

Icking – Normalerweise herrscht kurz vor 8 Uhr früh auf der Wadlhauser Straße und der Ulrichstraße in Icking ein Verkehrschaos. Etliche Eltern bringen ihre Sprösslinge mit dem Auto in die Einrichtungen, halten in zweiter Reihe und wenden. Dazwischen Radfahrer und Kinder, die zur Schule laufen. „Ein Unding – und viel zu gefährlich“, sagt Anton Höck, Leiter der Grundschule.

Seit Montagmorgen ist das anders. Statt Stoßstange an Stoßstange fahren nur sehr wenige Autos die Straßen entlang. Grund dafür ist die Aktion „Schulzentrum autofrei – wir sind dabei.“ Hinter dem „wir“ verbergen sich die Kindertagesstätte (Kita) Ickolino, das Reiner-Maria-Rilke-Gymnasium und die Grundschule Icking. Ursprünglich wollte Grundschulleiter Höck das Projekt, auf das große Banner an der Straße aufmerksam machen, bereits vor ein paar Monaten starten. „Doch bis alles organisiert war, dauert es eben seine Zeit.“ Dass sich die benachbarte Kita Ickolino an der Aktion beteiligt, darüber zeigt sich der Grundschulleiter besonders begeistert. „Die Kinder müssen gebracht werden, um alleine zu gehen, sind sie zu klein“, so Höck. Das unterstützt die Gemeinde: Drei Parkplätze dort sind nun als Kurzzeitparker ausgewiesen, um zu verhindern, dass in zweiter Reihe geparkt wird.

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Für eine Woche soll das Schulzentrum möglichst autofrei bleiben. Einen ersten Appell an die Eltern hat der Schulleiter bereits im Mai gestartet. „Einige haben sich das zu Herzen genommen“, sagt Schulweghelferin Sabine Dollmann. „Es ist schon besser geworden.“ Sie muss es wissen: Seit zehn Jahren steht die 79-Jährige frühmorgens in Leuchtweste und mit Kelle in der Hand am Überweg, um den Kindern das Queren zu erleichtern.

Wohl aus Sicherheitsgründen werden die Schüler so weit wie möglich begleitet, mutmaßt Schulleiter Höck. Dabei müssen die Eltern nicht zwingend auf das Auto zurückgreifen, sondern können an Treffpunkten wie dem Talberg auf die „Walking Busse“ zurückgreifen. „Das sind Mütter oder Väter, die eine ganze Gruppe zu Fuß begleiten – sozusagen laufende Busse.“

Höck ist aber auch klar, dass nicht alle Eltern auf einen Bringdienst verzichten können. Wie zum Beweis fährt ein blauer Kleinwagen vor, der Vater am Steuer, die Kinder auf der Rückbank. „Die können gar nicht anders“, sagt Schulweghelferin Dollmann , während sie dem Trio zuwinkt. „Die kommen aus Beuerberg.“ Höck hofft jedoch, dass die Eltern die Initiative als Anregung verstehen. Abgehakt ist das Thema für den Schulleiter ohnehin noch nicht. „Es werden weitere Aktionen folgen.“ sh

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