Nichts wird mehr an die Bohrung erinnern

Geothermie: Komplette Anlage wird zurückgebaut

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64 ragt der Ickinger Bohrturm in die Höhe. Er ist auch von der Garmischer Autobahn zu sehen. Er wird verschwinden - wie die gesamte Anlage.

Mit dem Geothermie-Projekt in Icking waren große Hoffnungen verbunden. Sie haben sich nicht erfüllt. Jetzt ist klar: Die Anlage wird komplett zurückgebaut.

Icking – Fünf Monate nach dem Aus des Geothermieprojekts in Attenhausen hat die Erdwärme Isar einen Plan zum Rückbau des Bohrplatzes eingereicht. Ab Sommer sollen die Bagger rollen. Der Rückbau wird sich 18 Monate hinziehen.

Das Bergamt Südbayern bat nun die Gemeinde Icking um Stellungnahme zum bergrechtlichen Betriebsplan. „Die Erdwärme Isar sieht einen Rückbau in drei Phasen vor“, verkündete Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) im Gemeinderat. Zunächst werden die Asphalt- und Betonflächen abgebrochen. Das gilt auch für den inneren Bohrplatz mit Stahlbetonkellern und Fundamenten. Das Abbruchmaterial soll entweder vor Ort zerkleinert und separiert, oder in größeren Stücken abgefahren werden. „Eine Zerkleinerung vor Ort ist staub- und lärmintensiv“, stellte Verena Reithmann (UBI) fest. Der Rat einigte sich darauf, in diesem Fall auf ein Besprengen mit Wasser zu bestehen. Außerdem stimmte er dem Vorschlag der Gemeinderätin zu, den Abbau ökologisch begleiten zu lassen. Für den Abschluss der Bauarbeiten fordern die Politiker ein genaues Datum.

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Der Kies wird laut Plan zu geeigneten Lagern oder regionalen Abnehmern transportiert. Anschließend füllt die Baufirma die Baugruben auf, und stellt die ursprüngliche Topographie wieder her. Die Oberfläche soll mit den ortsnah zwischengelagerten Erdmassen wieder für landwirtschaftliche Zwecke hergerichtet werden. „Wir wollen, dass für die Baustelle wieder die Waldzufahrt zum Bohrplatz genutzt wird“, betonte Menrad. Die eigens eingerichtete Anfahrt von der A 95 verhindert eine zusätzliche Lärmbelastung für die Anwohner.

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In Walchstadt soll beim Abbau des Bohrplatzes genauso wie in Attenhausen vorgegangen werden. Die Anfrage der Firma Maxl aus Berg, die sich für die Fläche als Lagerplatz interessierte, lehnten die Räte ab. Den Bürgern sei versprochen worden, die Betonfläche bei einem Scheitern des Projekts wieder rückzubauen, betonte Dr. Georg Linsinger (UBI). Leonora Mitreuter

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