Die Fassade des neuen Supermarkts war wieder einmal Thema im Ickinger Gemeinderat. Die Situation ist offenbar so verfahren, dass man jetzt den Kreisbaumeister um eine Empfehlung bitten will.
Icking – Die Entscheidung über eine passende Fassadengestaltung für den neuen Supermarkt an der B11 hatte den Gemeinderat schon vor drei Jahren viele Nerven gekostet. In der Montagssitzung sorgte das Thema erneut für eine hitzige Debatte.
Derzeit wird die Außenverschalung an dem Gebäude angebracht. Im Zuge der Arbeiten hatte sich die ausführende Firma wegen einiger Probleme an die Gemeinde gewandt und um einen Besichtigungstermin gebeten. Dies führte zu einem Änderungsantrag, der in der Sitzung am Montag behandelt wurde. Aus Sicht der Zimmererfirma kommen nämlich die vorgegebenen Kreuzelemente unter dem Dachüberstand nicht zur Geltung. Zudem wurde vorgeschlagen, die Kreuzelemente im Mittelteil des Gebäudes nur mit einem Zierbinder als Fachwerk auszuführen – und zwar in umgekehrter V-Form.
Die empfohlenen Änderungen wurden von den Räten unterschiedlich beurteilt. Verena Reithmann (UBI) sah in dem Vorschlag eine „Beruhigung“ und „deutliche Verbesserung“. Auch Claudia Roederstein (UBI) meinte, dass die angeratene Gestaltung jetzt mehr einem Stadlbau ähnle, wie man ihn in Oberbayern tatsächlich finde. Die ursprüngliche Variante sei eher „im Bereich der Fantasie“ angesiedelt gewesen.
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Dem widersprach Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) entschieden: „Das war eine genehmigte Bauplanung und kein Fantasieentwurf.“ Sie erklärte zudem, dem „umgekehrten V“ nichts abgewinnen zu können: „Ich habe noch nie so ein dürres V als Bundwerk gesehen.“
In einem Kritikpunkt waren sich die Räte allerdings einig, nämlich darin, dass die Tiefe der angeschraubten Bretter mit sechs Zentimetern zu wenig sei. „Das wirkt nicht“, so die übereinstimmende Meinung. Das Problem: Stärkere Bretter würden abstehen. Der Kreisbaumeister soll nun um eine Empfehlung gebeten werden.
Sorge bereitete den Räten zudem die Höhe der Einfahrt. Nipperdey monierte, dass das „Froschmaulloch“, wie sie es nannte, nicht dem genehmigten Plan entspreche. Bürgermeisterin Margit Menrad erklärte dazu, man sei schon dabei, Auskunft von Fachleuten einzuholen, um abzuklären, welche Höhe tatsächlich nötig sei, damit die Lastwagen problemlos zum Be- und Entladen in das Gebäudeinnere einfahren können. „Wichtig ist mir, dass das nicht an der B11 stattfindet.“
Die Rathauschefin erklärte schließlich noch, dass sie dem Zimmerer sehr dankbar für seine Vorschläge zur Fassadengestaltung sei. „Mir war das vorher zu jodlerisch für Icking.“ Vernichtend fiel dagegen Nipperdeys Resümee aus: „Das ist Murks von A bis Z.“ Die beiden Konzepte würden einfach nicht zusammenpassen. Dennoch wurde dem Änderungsantrag zugestimmt – nur drei Räte sagten Nein. Yvonne Zuber
