Ingenieur macht neuen Vorschlag

Ein Kurztunnel unter der B2 in Weilheim?

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Der Initiator: Ingenieur Gerd Berchtold aus Weilheim hält einen Kurztunnel unter der B2 in Deckelbauweise für die wirksamste und günstigste Lösung. An dieser Stelle beim Amtsgericht wäre das südliche Ende des Tunnels, beim Mittleren Graben (Landratsamt) das nördliche Ende.
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Neuer Vorstoß in Sachen „Tunnel“ in Weilheim: Ingenieur Gerd Berchtold legt ein Konzept für einen Kurztunnel unter der B 2 in Deckelbauweise vor – vom Amtsgericht bis zum Landratsamt. Dieser sei technisch machbar, zudem günstiger und effektiver als alle anderen Umfahrungs- oder Tunnelvarianten.

Weilheim – Der Impulsgeber ist kein Unbekannter in Weilheim – und das Konzept nicht ganz neu: Dr. Gerd Berchtold, der beruflich unter anderem als Geschäftsführer bei der „Grob Aircraft AG“ tätig war, hatte 1997 das Bürgerbegehren für einen B2-Tunnel in Weilheim initiiert. Sein Vorschlag („Bau eines B2-Tunnels in Kombination mit der Südspange als Alternative zur Westumgehung“) bekam beim Bürgerentscheid zur Südspange am 7. Dezember 1997 knapp 20 Prozent. 39 Prozent votierten damals gegen den Bau der Südspange (Initiative „Landschaft statt Straße“), 51 Prozent für den CSU-Vorschlag „Bau der Südspange als Teil der Westumgehung“.

Wenige Jahre später war Berchtold Mitgründer der „Bürger für Weilheim“ (BfW), danach trat er berufsbedingt aber kaum noch in seiner Heimatstadt in Erscheinung. Nun schaltet er sich – als „aufmerksamer Weilheimer Bürger“, wie er betont, und „ohne Bürgerinitiative“ – wieder in die Diskussion um eine Umfahrung ein. Und er ist überzeugt: „Wenn überhaupt etwas gebaut wird, dann ist nur ein Kurztunnel unter der B 2 zu rechtfertigen.“

Dafür hat er auf der Grundlage seiner Pläne von 1997 ein 20-seitiges Konzept erarbeitet („Technische Machbarkeit des B 2-Tunnels in Deckelbauweise“). Dieses nimmt insbesondere die bauliche Enge am Rathausplatz und eine verträgliche Abwicklung der Bauzeit in den Blick – denn diese beiden Punkte habe das Staatliche Bauamt bislang als Gegenargumente ins Feld geführt. Für Berchtold aber steht fest: Ein Tunnel dort ist machbar, zumal sein Querschnitt keinesfalls so groß sein müsse, wie es das Bauamt angenommen hat. Laut amtlicher Vermessungspläne betragen die Abstände zwischen den Gebäuden an den beiden engsten Stellen der B 2 in Weilheim 13,34 Meter (beim Rathaus) und 14,24 Meter (beim Schuhhaus Pröbstl) – wobei das Staatliche Bauamt niedrigere Abstände nennt (nämlich die Maße von Dach zu Dach). Doch drei renommierte Tiefbaufirmen gaben Berchtold inzwischen schriftlich, dass sie den nötigen Tunnelquerschnitt dort mit ihrer Bohrtechnik realisieren könnten – einen Querschnitt übrigens, wie er auch bei der Umfahrung Peißenberg gebaut wurde. 

Auch für die Querung des am Rathausplatz unterirdisch verlaufenden Stadtbachs hat Berchtold Lösungen erarbeitet, ebenso wie für die Problemstelle mit verschiedenen unterirdischen Sparten (wie dem Schmutzwasserkanal), die die B2 an der Johann-Baur-Straße queren. Diese könnten verlegt oder der Tunnel an dieser Stelle entsprechend tiefer gelegt werden, so Berchtold. Fazit des Ingenieurs: „Dieser Tunnel ist nur eine Frage des Willens.“ 

Die Idee: Ein Kurztunnel unter B2 von Amtsgericht bis Landratsamt. Zusätzlich könnte noch die Kaltenmoserstraße untertunnelt werden.

Für die Verkehrsführung in der Bauzeit legt Berchtold ein detailliertes Konzept vor. Die Realisierung des Tunnels solle in drei Abschnitte unterteilt werden. So ergäbe sich eine Wanderbaustelle, es müsste immer nur ein Teilstück für drei bis vier Monate gesperrt werden. In der ersten Stufe würde vom Mittleren Graben bis zum „halben Rathausplatz“ gebohrt und gedeckelt, in der zweiten vom „halben Rathausplatz“ bis zur Mitte der Murnauer Straße, in der dritten von der Murnauer Straße bis einschließlich Amtsgerichtsplatz. Für Pendler sollte es im gesamten Zeitraum weiträumige Umleitungen geben. Innerhalb Weilheims wären jeweils Teil-Umleitungen in den jeweiligen Stufen nötig. Vorschläge dafür hat Berchtold ausgearbeitet. Sie könnten bereits getestet werden, wenn heuer zwischen Mittlerem Graben und Amtsgericht die Fahrbahn der B2 erneuert wird (wir berichteten). 

Die Vorteile seines Tunnelkonzepts liegen für Berchtold auf der Hand: Weil er auch innerörtlichen Verkehr aufnehmen könnte, brächte dieser 800-Meter-Tunnel die größtmögliche Entlastung. Oberirdisch würde er zudem „weitgehend ampelfreien Querverkehr“ ermöglichen. Zusätzlich könnte man außerdem noch die B2 unter der Kaltenmoserstraße hindurchführen. Selbst dann noch, so ist der Ingenieur sicher, wäre diese Variante billiger als alle anderen diskutierten Trassen (für die stets auch Tunnelabschnitte und/oder Brücken nötig sind).

Staatliches Bauamt lässt Idee prüfen

Seine Machbarkeitsstudie zum B2-Tunnel in Deckelbauweise hat Berchtold Ende Januar im Staatlichen Bauamt vorgestellt, gemeinsam mit dem Weilheimer Statiker und Bauingenieur Mathias Folger sowie Ullrich Klinkicht. Fachliche Mitarbeit kam zudem von Josef Niedermaier und Lukas Leis,einem Bauingenieur mit Erfahrung im Tunnelbau. „Wir lassen diese Idee gerade von unserem Fachbüro prüfen“, sagt Alois Stapf vom Staatlichen Bauamt. Bis 15. März, hofft er, soll die Einschätzung vorliegen. Dann werde entschieden, „wie man weiter damit umgeht“.

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