VonJosef Hornsteinerschließen
Die demografische Entwicklung verschärft den Fachkräftemangel in Bayern, warnen Experten beim IHK-Regionalausschuss in Garmisch-Partenkirchen. Sie fordern Maßnahmen, um diese Lücke zu schließen. Neben qualifizierte Zuwanderung könnte auch eine bessere Ausnutzung des inländischen Potenzials helfen.
Der anhaltende Mangel an Arbeits- und Fachkräften stellt die Betriebe in der Region Garmisch-Partenkirchen vor erhebliche Probleme. Dies war das zentrale Thema der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses, bei der Vertreter der Arbeitsagentur, des Jobcenters und der Ausländerbehörde mit Unternehmensvertretern über mögliche Lösungsansätze diskutierten.
„Fehlen unseren Betrieben Arbeits- und Fachkräfte, gerät ihr Motor ins Stottern“, betonte Katrin Eissler, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen. Die demografische Entwicklung verschärfe das Problem: Immer mehr Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, ohne dass ausreichend junge Fachkräfte nachrücken. Elfi Kerschl, Expertin für Fachkräfte und Arbeitsmigration bei der IHK München, warnte: „Bis 2037 werden in Bayern etwa 635 000 Arbeitskräfte fehlen. Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Lücke zu schließen.“
Es brauche mehr Anreize, damit Menschen länger arbeiten und dies finanziell spüren
Ein wichtiger Baustein könnte die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten sein, doch die damit verbundenen bürokratischen Hürden erschweren den Prozess. Kerschl plädierte zudem dafür, das inländische Potenzial besser auszuschöpfen. „Wir brauchen mehr Anreize, damit Menschen länger arbeiten und dies auch finanziell spüren“, sagte Kerschl. Dazu gehöre eine bessere Kinderbetreuung, mehr Pflegeplätze für Angehörige und steuerliche Anreize für Ruheständler, die weiterhin arbeiten möchten.
Hubert Sedlmeyer von der Ausländerbehörde des Landratsamts bestätigte, dass das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz trotz vereinfachter Regelungen oft als zu komplex und abschreckend empfunden wird. „Die Zusammenarbeit mit den deutschen Botschaften im Ausland gestaltet sich nicht immer einfach“, meinte Sedlmeyer. Aline Manthey vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur ermutigte die Unternehmen, die Plattform „Make it in Germany“ zu nutzen, die umfangreiche Unterstützung bei der Einwanderung von Fachkräften bietet. Sie wies jedoch auch auf die Herausforderungen hin, die sprachliche und kulturelle Integration mit sich bringen.
Auch Bewerbern nach längerer Arbeitslosigkeit eine Chance geben
Thomas Schmitter vom Jobcenter Garmisch-Partenkirchen appellierte an die Unternehmen, freie Stellen zu melden und Bewerbern auch nach längerer Arbeitslosigkeit eine Chance zu geben. „Wir brauchen mehr Unternehmen, die bereit sind, Menschen eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“.
Eissler betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen. „Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen am Arbeitsmarkt bewältigen und Fachkräfte erfolgreich in freie Stellen integrieren. Der Erfolg unserer Betriebe hängt maßgeblich von diesen Menschen und ihrer Arbeitsleistung ab.“
Die Sitzung des Ausschusses machte deutlich, dass der Fachkräftemangel eine langfristige Herausforderung bleibt, die nur durch gemeinsame Anstrengungen und innovative Lösungen bewältigt werden kann.
