Aktuelle Viertelstunde

1855 Unterschriften für Erhaltung der Hexe

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Interessenverein sammelt 1855 Unterschriften für den Erhalt des Hexe-Gebäudes.

Diskutiert wurde letztlich hinter verschlossenen Türen, in der aktuellen Viertelstunde vor der Sitzung aber kam das Thema trotzdem aufs Tapet: Die Frage, ob die Gemeinde das Hexengrundstück und das Grundstück Alte Apotheke in der Kirchenstraße tauschen oder ankaufen soll, bewegt die Gemüter weiterhin.

Gröbenzell – Mehrere Bürger nutzten die aktuelle Viertelstunde, um den Gemeinderäten Entscheidungshilfen zu geben. Auch der Interessenverein (IVG) hatte erfahren, dass die Hexe am Donnerstagabend Thema im Gemeinderat sein würde. Der Verein setzt sich für die Erhaltung des Gebäudes ein und wird dabei von zahlreichen Gröbenzellern unterstützt. Wie groß diese Unterstützung mittlerweile ist, zeigte sich an der Unterschriftenliste, die die IVG-Vorsitzende Marina Kinzel am Donnerstagabend übergab: 1855 Gröbenzeller wollen laut der Liste, dass die Hexe erhalten bleibt.

Marina Kinzel erläuterte auch noch einmal, warum ihr und ihren Mitstreitern die Erhaltung so wichtig ist. „Unsere Vorfahren haben in dem Gebäude wichtige Sitzungen abgehalten“, begründete Kinzel. Der IVG tage dort bis heute regelmäßig. Zudem nutzten Jugendliche die Hexe – aber nicht nur. „Wo haben die Bürger sonst einen Ort, an dem sie ausgelassen schöne Stunden verbringen können?“, fragte sie.

Der Jugend zumuten?

Ein anderer Bürger indes betonte, dass nicht alle Gröbenzeller diese Meinung vertreten. „Warum mutet man der Jugend so einen alten Kasten zu?“, fragte er. „Warum bietet man ihnen nicht etwas schönes Neues?“

Die UWG-Gemeinderätin Marianne Kaunzinger wünschte sich zwar keine öffentliche Diskussion. Doch sie hätte gerne öffentlich von ihren Gemeinderatskollegen gehört, ob sie für oder gegen Tausch oder Ankauf sind. Sie selbst ging in der aktuellen Viertelstunde mit gutem Beispiel voran und verriet: „Ich würde die Hexe nicht kaufen oder tauschen wollen.“

Auch die Gröbenzeller CSU ist beim Thema Hexe gespalten. Während sich die Junge Union und der Gemeinderat Anton Kammerl für die Erhaltung stark machen, setzen sich der Ortsvorsitzende, Andreas Keefer, und die Mehrheit der Gemeinderatsfraktion dafür ein, dass das Grundstück nicht eingetauscht oder angekauft wird.

Die Fraktionsvorsitzende, Brigitte Böttger, stellte Bedingungen für den Tausch oder Ankauf: Die derzeitigen Eigentümer der Grundstücke in der Kirchenstraße, eine Germeringer Wohnungsbaugesellschaft, müssten soziale und kommunale Vorhaben auf den zum Tausch angebotenen drei Grundstücken in der Bahnhofstraße realisieren. Und die künftige Verwendung der Grundstücke in der Kirchenstraße müsse solide geklärt und durchgerechnet sein, forderte sie. Erst dann solle getauscht werden. Böttgers Begründung: Der Gemeinderat habe die Grundstücke in der Bahnhofstraße erworben, um dort betreutes Wohnen, bezahlbares Wohnen, Nahversorgung oder Generationen-Wohnen zu verwirklichen. Zudem warnte Brigitte Böttger davor, dass die Gemeinde um Sanierungskosten in der Kirchenstraße 2 nicht herumkommen würde. Das berge zusätzliche, nicht übersehbare Probleme für die finanzielle und planerische Zukunft der nächsten Gemeinderäte.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) stellte in der aktuellen Viertelstunde indes klar: Grundstücksgeschäfte werden immer unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten – und so war es dann auch. 

von Susanne Schwind

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