Im Gespräch mit Dr. Christoph Preuss

CSU Icking feiert Geburtstag

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Gründungsurkunde: Im einstigen Gasthaus Alpenblick trafen sich im November 1966 die Gründungsmitglieder der Ickinger CSU. Damals waren es zehn Mitglieder, heute sind es etwa 60.
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Icking – Die CSU feiert Geburtstag: Am heutigen Freitag treffen sich die Christsozialen der Isartalgemeinde, um das 50-jährige Bestehen des Ortsverbands zu feiern. Ab 20 Uhr ist ein Nebenzimmer im Landhotel Klostermaier reserviert. Unsere Zeitung hat das zum Anlass genommen, um mit Dr. Christoph Preuss (55), seit 1997 Ortsvorsitzender, über vergangene Erfolge, Krisen und Plänen für die Zukunft zu sprechen.

Der Ortsverband hat ja eine Art Geburtstag, den 18. November 1966 im Gasthaus Alpenblick. Was weiß man darüber?

1966 starb ganz plötzlich der Bürgermeister der Gemeinde, Emil Eimer. Es musste ein neuer Bürgermeister und Gemeinderat gewählt werden. In den Jahren zuvor gab es keine Listenwahlen bei Kommunalwahlen, statt dessen wurde nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die CSU hat 1967 eine eigene Liste mit zahlreichen Kandidaten aufgestellt und dann mit Dr. Peter Heisig einen eigenen Kandidaten nominiert. Die Wahl hat dann aber der parteifreie Hans Stocker für sich entschieden.

Dr. Christoph Preuss CSU-Ortsvorsitzender seit 1997.Gibt es so etwas wie eine prägende Figur der ersten Jahre oder Jahrzehnte?

Dr. Christoph Preuss CSU-Ortsvorsitzender seit 1997.

Ja diese prägenden Figuren gab es. Zu erwähnen wäre hier der langjährige Vorsitzende Dr. Richard Ruland, der stets versucht hat, neue Mitglieder zu gewinnen. Als Pädagoge hat er sich natürlich auch für die Junge Union stark gemacht. Es gab aber auch Hans-Günther Kahlert, der sich stets für die sozialen Belange der Bürger eingesetzt hatte, oder Simon Schönauer, dem eine gesunde Finanzpolitik am Herzen lag.

Landrat Dr. Otmar Huber sagte zu Zeiten der Gebietsreform: „Icking passt nicht in die Alpenregion.“ Wie kam es, dass die Gemeinde trotzdem in den neuen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen integriert wurde?

Die CSU hat sich in den Anfangsjahren sehr dafür eingesetzt, dass Icking mit Wolfratshausen zusammenbleibt. Hierzu hat sie sich bei zahlreichen Demonstrationen auch in München beteiligt, der damalige Vorsitzende Dr. Ruland war mit Vertretern der CSU in Ministerien und bei den Abgeordneten vorstellig. Das brachte letztendlich den Erfolg.

In den 1980er Jahren kam es zu einer Abspaltung von der CSU, die Ickinger Initiative stellte eine eigene Liste auf. Was waren die Hintergründe?

Bei den Kommunalwahlen 1978 kandidierte die Junge Union auf einer eigenen Liste für den Gemeinderat. Mitglieder um Klaus Bothe empfanden die CSU als zu konservativ und wollte fortschrittliche Gesichtspunkte in die neue Gemeinde einbringen, zu der ab diesem Zeitpunkt auch die ehemalige Gemeinde Dorfen gehörte. Für die Junge Union wurden seinerzeit Vigdis Nipperdey und Wolfgang Mayer-Lauingen gewählt. Sie waren auch Mitglieder der CSU und arbeiteten gemeinsam im Gemeinderat. Die Abspaltung der „Ickinger Initiative“ folgte erst 1984. Grund waren Differenzen einzelner CSU-Mitglieder im Rahmen der Kommunalwahlvorbereitungen.

Die CSU hat in Icking offenbar einen schweren Stand. Einen Bürgermeister hat die Partei bislang nicht gestellt, aktuell gibt es drei Gemeinderäte. Womit hat das zu tun?

Icking war nie eine Hochburg der CSU. Seit ich mich erinnern kann, gab es in Icking immer eine starke FDP bei den Wahlen zum Landtag oder Bundestag. Auch die Grünen waren bei diesen Wahlen immer überproportional stark vertreten. Bei den Kommunalwahlen war die FDP viele Jahre mit einer eigenen Liste vertreten. Zudem war die Parteifreie Wählergruppe stets eine starke Gruppierung. Das konservative Wählerspektrum hat sich somit auf zahlreiche Gruppierungen in Icking verteilt. Dies alles liegt wohl an der Bevölkerungsstruktur der Gemeinde Icking, die stark vom Landesdurchschnitt abweicht.

Was hat die CSU für Icking erreicht? Und was will sie in Zukunft noch erreichen?

Ich habe mir die Wahlprogramme der vergangenen fünf Jahrzehnte angeschaut. Es gab zahlreiche Punkte, für die sich die CSU immer eingesetzt hat und die sie auch in Zukunft verfolgen wird. Dazu zählt einmal der gesunde Aufbau von Rücklagen für kommunale Großprojekte. In meiner Zeit galt ein Schwerpunkt dem Umweltschutz, auch hier haben wir einiges erreicht. Der ländliche Charakter der Gemeinde hat sich erhalten, die einzelnen Ortsteile sind durch Grüngürtel getrennt. Die Feuerwehren haben einen Stellenwert in der Gemeinde, die Ausrüstung ist auf einem modernen Stand. Für das Gerätehaus in Icking haben wir lange gekämpft, bis es 1989 realisiert wurde. Hier wurde die Handschrift der CSU sichtbar. Ebenso war der Umbau der Grundschule und der Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Sportplatz und ein Vereineheim in Dorfen viele Jahre ein Herzensanliegen in der CSU. Auch das Thema Verkehrsberuhigung ist und bleibt ein Thema der Ickinger CSU.

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