„Angespannte Haushaltslage“

Plötzliche 180-Grad-Wende: Großer Verkauf statt bezahlbarer Wohnraum in Münchner Top-Immobilie

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Das Strafjustizzentrum des Landgerichts München 1 in der Nymphenburger Strasse - hier wird bald nicht mehr verhandelt.
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An prominenter Stelle in München steht bald ein Mega-Gebäude leer. Der Freistaat wollte darin eigentlich bezahlbaren Wohnraum schaffen – machte jetzt aber die Kehrtwende.

München – Das Strafjustizzentrum in der Nymphenburgerstraße in München hat seine besten Tage längst gesehen. Das Nachfolger-Gebäude am Leonrodplatz steht in den Startlöchern, schon bald soll der ganze Apparat hier eingezogen sein, nachdem das Projekt einige Verzögerungen hinter sich gebracht hat. Nur, was tun mit dem „alten“ Gebäude? Zunächst hatte es den Anschein, als wolle die Staatsregierung hier bezahlbaren Wohnraum schaffen – jetzt aber die Kehrtwende. Das Gebäude soll verkauft werden. Klamme Haushaltskassen würden zu diesem Schritt zwingen, auch, um bezahlbaren Wohnraum anderswo in München bauen zu können. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appelliert jetzt in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), den von Bauminister Christian Bernreiter (CSU) geplanten Verkauf zu stoppen und den ursprünglichen Plan umzusetzen.

Reiter fordert Verantwortungsübernahme durch die Staatsregierung

„Es wäre ein starkes Signal, wenn der Freistaat an dieser prominenten Stelle klar zeigen würde: Wir lassen die Münchnerinnen und Münchner nicht im Stich“, schrieb Reiter in dem am Mittwoch veröffentlichten Brief. „Die Münchnerinnen und Münchner leiden seit Jahren unter einer angespannten Wohnsituation. Als Stadtgesellschaft erwarten wir von der Bayerischen Staatsregierung, dass sie ihrer Verantwortung nachkommt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgt.“

Berge, Seen, und echte Geheimtipps: Diese Traumorte sind nicht weit von München

Von München aus in paradiesische Natur und traumhafte Landschaften: Egal ob für einen Tagesausflug oder ein Wochenende, von der Stadt aus sind es meist nur kurze Wege bis an Orte, für die andere ins Flugzeug steigen. Wie etwa hier am Weßlinger Weiher im Landkreis Starnberg.
Von München aus in paradiesische Natur und traumhafte Landschaften: Egal ob für einen Tagesausflug oder ein Wochenende, von der Stadt aus sind es meist nur kurze Wege bis an Orte, für die andere ins Flugzeug steigen. Wie etwa hier am Weßlinger Weiher im Landkreis Starnberg.  © tz.de
Weniger bekannt als seine berühmten Verwandten: Der Weßlinger Weiher im Landkreis Starnberg. Von München per Auto oder Bahn gut zu erreichen, ist der kleine See meist ruhiger als etwa der Ammersee oder Starnberger See. Zum Baden ist er aber gut geeignet.
Weniger bekannt als seine berühmten Verwandten: Der Weßlinger Weiher im Landkreis Starnberg. Von München per Auto oder Bahn gut zu erreichen, ist der kleine See meist ruhiger als etwa der Ammersee oder der Starnberger See. Zum Baden ist er aber gut geeignet.  © tz.de
Willkommen auf dem Gut Aiderbichl in Iffeldorf. Hier gibt es viele Tiere zu bestaunen, unter anderem Nutzvieh wie Rinder, aber auch Kamele, Esel oder Pferde.
Willkommen auf dem Gut Aiderbichl in Iffeldorf. Hier gibt es viele Tiere zu bestaunen, unter anderem Nutzvieh wie Rinder, aber auch Kamele, Esel oder Pferde.  © tz.de
Das Gut ist direkt an den Osterseen am Südufer des Starnberger Sees gelegen. Nachdem man die Tiere besucht hat, kann man also noch einen Abstecher an die traumhaften Ufer der Seen wagen.
Das Gut ist direkt an den Osterlegen am Südufer des Starnberger Sees gelegen. Nachdem man die Tiere besucht hat, kann man also noch einen Abstecher an die traumhaften Ufer der Seen wagen.  © tz.de
Wer mag, kann sogar entlang von Wäldern vom Gut aus zum Südufer des Starnberger Sees spazieren. Inmitten von unberührter Natur und kleinen Bächen wird der Weg hier zum Vergnügen.
Wer mag, kann sogar entlang von Wäldern vom Gut aus zum Südufer des Starnberger Sees spazieren. Inmitten von unberührter Natur und kleinen Bächen wird der Weg hier zum Vergnügen.  © tz.de
Ja da schau her! Ein Kamel begutachtet sein Revier in der Krone Farm bei Weßling. Der Circus nennt das Areal auch die „Seniorenresidenz“ seiner Tiere. Von München nur 15 Minuten mit dem Auto entfernt können hier Natur und Tiere bestaunt werden.
Ja da schau her! Ein Kamel begutachtet sein Revier in der Krone Farm bei Weßling. Der Circus nennt das Areal auch die „Seniorenresidenz“ seiner Tiere. Von München nur 15 Minuten mit dem Auto entfernt können hier Natur und Tiere bestaunt werden.  © tz.de
Inmitten von kleinen Wäldern und Wiesen erstreckt sich die Krone-Farm nahe Weßling. Überall sind Tiere zu sehen, die teilweise im Freien oder in ihren Gehegen, oder wie hier Zelten, die Ruhe genießen.
Inmitten von kleinen Wäldern und Wiesen erstreckt sich die Krone-Farm nahe Weßling. Überall sind Tiere zu sehen, die teilweise im Freien oder in ihren Gehegen – oder wie hier in Zelten – die Ruhe genießen.  © tz.de
Freuen sich über Streicheleinheiten und Snacks: Die Tiere der Krone-Farm.
Freuen sich über Streicheleinheiten und Snacks: Die Tiere der Krone-Farm.  © tz.de
Im Hochsommer erstrahlt der Starnberger See in tiefem blau, die Wiesen sind saftig grün und der Himmel kaiserlich. Von der Ilka Höhe kann man diese Traumaussicht besonders gut genießen.
Im Hochsommer erstrahlt der Starnberger See in tiefem blau, die Wiesen sind saftig grün und der Himmel kaiserlich. Von der Ilka Höhe kann man diese Traumaussicht besonders gut genießen.  © Imago Plusphoto
Im Winter erstrahlt die Landschaft erblickt von der Ilka-Höhe oft in weiß: Schneebdeckt liegen die Wälder vor dem Starnberger See, dessen Wasser in dunkelgrau fast mystisch anmutet.
Im Winter erstrahlt die Landschaft von der Ilka-Höhe oft in weiß: Schneebdeckt liegen die Wälder vor dem Starnberger See, dessen Wasser in dunkelgrau fast mystisch anmutet. © IMAGO/Photographer: Markus Gann
Auch im Herbst einen Besuch wert: Wenn bunte Farben und Nebel die Landschaft erobern, entfaltet der Blick von der Ilka-Höhe am Starnberger See fast etwas majestätisches.
Auch im Herbst einen Besuch wert: Wenn bunte Farben und Nebel die Landschaft erobern, entfaltet der Blick von der Ilka-Höhe am Starnberger See fast etwas majestätisches.  © 5SeenLandFotografie via imago-im
Wander-Traum in Bayern: Das August-Schuster-Haus ist eine Berghütte der Sektion Bergland des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt auf 1564 m ü. NHN Höhe in den Alpen nahe Oberammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und gehört zum Ammergebirge.
Auf 1564 Metern liegt das August-Schuster-Haus. Vor allem im Sommer ist man hier wohl nicht alleine, ein Ausflug lohnt aber dennoch. © Imago xkb-photodesignx via
Wander-Traum in Bayern: Das August-Schuster-Haus ist eine Berghütte der Sektion Bergland des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt auf 1564 m ü. NHN Höhe in den Alpen nahe Oberammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und gehört zum Ammergebirge.
Wander-Traum in Bayern: Das August-Schuster-Haus ist eine Berghütte der Sektion Bergland des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt auf 1564 m ü. NHN Höhe in den Alpen nahe Oberammergau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und gehört zum Ammergebirge. © IMAGO/Ulrich Wagner
Fast unwirklich ragt die Skiflugschanze Oberstdorf vor der Alpen-Kulisse hervor. Im Oberallgäu, westlich von München, ist ein Besuch auf das Sport- und Naturparadies nicht weit entfernt.
Fast unwirklich ragt die Skiflugschanze Oberstdorf vor der Alpen-Kulisse hervor. Im Oberallgäu, westlich von München, ist ein Besuch auf das Sport- und Naturparadies nicht weit entfernt.  © IMAGO/imageBROKER/Walter G. Allgöwer
Ein weiteres Highlight: Der Freibergsee unterhalb der Skiflugschanze. Mit Bergen, Sport-Highlight und glasklarem Wasser hat das Auge erst einmal genug zu tun.
Ein weiteres Highlight: Der Freibergsee unterhalb der Skiflugschanze. Mit Bergen, Sport-Highlight und glasklarem Wasser hat das Auge erst einmal genug zu tun.  © imageBROKER/Martin Siepmann via www.imago-images.de
Natur- und Landschaftsspektakel nahe München: Blick über die Burgruine Hohenfreyberg und Eisenberg nach Osten, im Hintergrund in der Mitte der Säuling (2047 m). Die Burg Hohenfreyberg bildet zusammen mit der direkt gegenüber liegenden Burg Eisenberg eine weithin sichtbare Burgengruppe im südlichen Allgäu, etwa vier Kilometer nördlich von Pfronten im Landkreis Ostallgäu.
Natur- und Landschaftsspektakel nahe München: Blick über die Burgruine Hohenfreyberg und Eisenberg nach Osten, im Hintergrund in der Mitte der Säuling (2047 m). Die Burg Hohenfreyberg bildet zusammen mit der direkt gegenüber liegenden Burg Eisenberg eine weithin sichtbare Burgengruppe im südlichen Allgäu, etwa vier Kilometer nördlich von Pfronten im Landkreis Ostallgäu. © IMAGO/imageBROKER/alimdi / Reinhold Ratzer
Burgruine Eisenberg & Hohenfreyberg. Auch mit Bus und Bahn kommt man etwa von München gut an das spektakuläre Landschaftsbild inmitten der Allgäuer Berge.
Burgruine Eisenberg und Hohenfreyberg. Auch mit Bus und Bahn kommt man etwa von München gut an das spektakuläre Landschaftsbild inmitten der Allgäuer Berge.  © IMAGO/Jochen Eckel
Der Landkreis Freising, im Norden Münchens, bietet ein Ausflugsziel, das nur wenige auf dem Schirm haben könnten: Das Freisinger Moos.
Der Landkreis Freising, im Norden Münchens, bietet ein Ausflugsziel, das nur wenige auf dem Schirm haben könnten: Das Freisinger Moos.  © IMAGO/Zoonar.com/Linda Brotkorb
Die durch kleinflächige Torfstiche, Streuwiesen sowie ein enges Nebeneinander verschiedener Feucht- und Naßwiesen geprägte Landschaft bietet einer Vielzahl niedermoortypischer Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Für einen Spaziergang in der Natur ist das Freisinger Moos daher ideal geeignet.
Die durch kleinflächige Torfstiche, Streuwiesen sowie ein enges Nebeneinander verschiedener Feucht- und Naßwiesen geprägte Landschaft bietet einer Vielzahl niedermoortypischer Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Für einen Spaziergang in der Natur ist das Freisinger Moos daher ideal geeignet.  © tz.de
Bayern pur, und das nicht allzu weit weg von München: Wiesen, Felder und Berge. Heraus ragt die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands.
Bayern pur, und das nicht allzu weit weg von München: Wiesen, Felder und Berge. Heraus ragt die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands.  © IMAGO/imageBROKER/Günter Gräfenhain
Ein absoluter Touristen-Magnet: Die Zugspitze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Besonders im Sommer fahren viele Menschen auf den Gipfel, um die atemberaubende Aussicht zu genießen.
Ein absoluter Touristen-Magnet: Die Zugspitze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Besonders im Sommer fahren viele Menschen auf den Gipfel, um die atemberaubende Aussicht zu genießen.  © IMAGO/imageBROKER/Mara & Moritz Wolf
Inmitten alpiner Traumlandschaft: Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands, für tausende Touristen alljährlich eine Traum-Destination.
Inmitten alpiner Traumlandschaft: Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands, für tausende Touristen alljährlich eine Traum-Destination.  © IMAGO/imageBROKER/Mara & Moritz Wolf
Die Hoellentalklamm ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer. Gelegen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Entlang von teils 150 Meter hohen Schluchten reißt der Hammerbach durch die zeitlose Landschaft. Angenehmer Nebeneffekt: An besonders heißen Tagen bleibt es in der Klamm für gewohnt kühl.
Die Hoellentalklamm ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer. Gelegen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Entlang von teils 150 Meter hohen Schluchten reißt der Hammerbach durch die zeitlose Landschaft. Angenehmer Nebeneffekt: An besonders heißen Tagen bleibt es in der Klamm für kühl.  © wenzel via imago-images.de
Sonnenuntergang bei Rottenbuch. Wo andere Urlaub machen, können Münchner oft mit einer Stunde Zugfahrt ankommen.
Sonnenuntergang bei Rottenbuch. Wo andere Urlaub machen, können Münchner oft mit einer Stunde Zugfahrt ankommen.  © IMAGO/imageBROKER/alimdi / Reinhold Ratzer
Die Alm liegt im Landkreis Weilheim-Schongau, Rottenbuch ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab München gut zu erreichen.
Die Alm liegt im Landkreis Weilheim-Schongau, Rottenbuch ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab München gut zu erreichen.  © IMAGO/imageBROKER/alimdi / Reinhold Ratzer

Der Mieterverein München kritisierte diese Entscheidung scharf als „Schlag ins Gesicht für alle, die gehofft hatten, dass die Landesregierung aus CSU und Freien Wählern endlich erkennt, dass sie dringend eine Wende in der Wohnungspolitik einläuten muss“.

Bauminister verweist auf finanzielle Engpässe und Alternativen

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir müssen angesichts der angespannten Haushaltslage gut überlegen, wie wir mit den vorhandenen Mitteln am besten bezahlbaren Wohnraum schaffen können“, erklärte Bauminister Bernreiter. Mit den Erlösen könne Bayern an anderer Stelle im Großraum München „deutlich einfacher und auch deutlich mehr bezahlbare Wohnungen schaffen“. Es werde jedoch auch mit der Stadt überlegt, wie ein privater Investor nach einem Verkauf im Strafjustizzentrum bezahlbaren Wohnraum schaffen könne.

Im Rathaus stößt dieser Vorschlag auf Ablehnung. „Ein solcher Schritt würde bedeuten, dass der Freistaat eine seiner letzten großen verfügbaren innerstädtischen Flächen aus der Hand gibt - ohne die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die Schaffung dringend benötigten bezahlbaren Wohnraums zu nehmen“, so Oberbürgermeister Reiter.

„Ein Verkauf an den Höchstbietenden würde hingegen die Gentrifizierung und damit die Verdrängung in der Maxvorstadt sogar noch verstärken.“ Fehler aus der Vergangenheit „sollten jetzt nicht wiederholt werden“. Reiter forderte neben dem Stopp der Verkaufspläne auch die Veröffentlichung der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Schaffung von bezahlbaren Wohnungen in dem markanten Gebäude.

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