- VonPeter Herrmannschließen
In der Kulturbühne Hinterhalt traten Josef Brustmann, Benjamin Schäfer und Sebastian Horn auf. Zu hören gab es bei einige in Vergessenheit geratene Volkslieder.
Gelting – Josef Brustmann, Sebastian Horn und Benjamin Schäfer standen im Jahr 2022 im Erinnerungsort Badehaus in Waldram erstmals gemeinsam auf einer Bühne. Sie gaben einige Volkslieder zum Besten, die sie erst kurz zuvor eingeprobt hatten. Dafür gab’s so viel Applaus, dass das Trio daraufhin noch mehr Stücke einstudierte. Das Ergebnis war nun in der ausverkauften Kulturbühne Hinterhalt zu hören.
Dreigesang von Brustmann, Schäfer und Horn in der Kulturbühne Hinterhalt
„Wir haben noch nicht einmal einen Namen“, bat Josef Brustmann das Publikum um Vorschläge. Der in Icking lebende und in Waldram aufgewachsene Musikkabarettist spielte an diesem Abend auf seiner Zither und trug mit seiner Stimme auch zum Dreigesang bei.
Dabei gab es bei einigen in Vergessenheit geratenen Volksliedern wie beispielsweise dem „Tölzer Maut-Lied“ durchaus Erklärungsbedarf. „Darin geht’s um einen Mann, der zu seiner Liebsten will und nicht einsieht, für das Überqueren der Isarbrücke zu zahlen“, verriet Sebastian Horn. Der Sänger und Texter der Bands Dreiviertelblut und Bananafishbones hatte einen Großvater, der ihm einst viele bayerische Volkslieder vorgesungen hatte.
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Dass Horn vom ehemaligen Musiklehrer Josef Brustmann nicht schon in seiner Kindheit unterrichtet wurde und ihn erst vor Kurzem kennenlernte, war nach seiner Auffassung „vielleicht ganz gut so“. Besser kennt er den Geretsrieder Bassisten Benjamin Schäfer, der mit ihm schon bei vielen Dreiviertelblut-Auftritten auf der Bühne stand. Schäfer spielte diesmal Gitarre und erreichte bei einem Stück sogar eine durchaus beachtliche Stimmhöhe.
Kulturbühne Hinterhalt: Dreigesang präsentiert unkonventionelle Version des „Kneißl-Liedes“
Zwischendurch trug Brustmann Verse der 1928 im Alter von nur 53 Jahren verstorbenen niederbayerischen Autorin Emerenz Meier vor. „Hätte Goethe Suppen schmalzen, Klöße salzen, Schiller Pfannen waschen müssen, Heine nähen, was er verrissen, Stuben scheuern, Wanzen morden, ach die Herren, alle wären keine großen Dichter worden“, zitierte er.
Zudem präsentierte der männliche Dreigesang eine erfrischend unkonventionelle Version des „Kneißl-Liedes“, das an das kurze Leben des 1902 hingerichteten bayerischen Räubers erinnert. Ebenso eindrucksvoll geriet die Vertonung eines Lieds aus Franz Schuberts „Winterreise“, das von Sebastian Horns dunkler Stimme getragen wurde.
Am Ende des Konzerts gab das Trio das wehmütige Dreiviertelblut-Lied „Woana“ sowie die „Awarakadawara“-Coverversion der Österreicher Ernst Molden und Ostbahn Kurti zum Besten. Dazu passte als Zugabe der bayerisch verfremdete Freddy-Quinn-Klassiker „So schön war die Zeit“. Ein Refrain, dessen Wahrheitsgehalt viele Konzertbesucher durch ihr Mitsingen laut bestätigten. ph
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