VonFelix Herzschließen
Mitte September, und zum zweiten Mal in diesem Jahr werden sorgenvoll Sandsäcke befüllt und aufgestapelt. In Bayern wächst die Sorge vor Hochwasser.
München – Die südlichen und südöstlichen Regionen Bayerns sind derzeit von stundenlangen Regenfällen betroffen, die zu Überschwemmungen führen oder das Grundwasser nach oben drücken. Die Bewohner füllen Sandsäcke, um sich vor den Wassermassen zu schützen. Bahnverbindungen fallen aus, Unterführungen werden gesperrt und Felder sind überflutet.
Unwetter in Bayern: Hochwasser und Schnee sorgen für alarmierte Behörden
In Passau könnten am Abend vorsorglich Bereiche der Altstadt gesperrt werden. In den Hochlagen der Alpen sind Winterreifen und Schneeschieber gefragt - und das alles Mitte September.
Der Hauptteil der fürs Wochenende angekündigten Niederschläge in Bayern ist nach Erkenntnis der Hochwassernachrichtendienst (HND) bereits gefallen. Der Dauerregen hat im Südosten Bayerns die Wasserstände vom Isar-Einzugsgebiet bis zum Bayerischen Wald ansteigen lassen, an einigen Orten gibt es kleinere Ausuferungen.
Vorsichtiger Optimismus in Bayern: Der meiste Regen ist gefallen – wie steht es ums Hochwasser?
Im Tagesverlauf ließ der Regen nach, im Oberlauf wurden die Scheitel laut HND weitgehend erreicht. Durch die Zuflüsse aus Österreich könnte in Passau der Wasserstand der Donau noch in der Nacht zu Sonntag auf Meldestufe 3 steigen - Überschwemmungen für bebaute Grundstücke oder Wasser in Kellern sind dann möglich.
Im Chiemgau war die Lage nach dem Dauerregen teils angespannt. In der Gemeinde Aschau befüllten Einsatzkräfte Sandsäcke, weil das Grund- und Oberflächenwasser anstieg. In Oberbayern traten einzelne Bäche über die Ufer. Im Landkreis Rosenheim kam vorsorglich ein Katastrophenschutzteam zusammen.
Unwetter und Hochwasser-Alarm in Bayern: Bilder zeigen Ausmaß der ersten Überschwemmungen




„Schleusen geöffnet“: Vorsichtsmaßnahmen angesichts Dauerregen in Bayern
Der Wasserstand im Königssee im Berchtesgadener Land wurde vorsorglich abgesenkt. „Wir haben die Schleusen geöffnet“, sagte der Technische Betriebsleiter Michael Brandner. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme. Bootsverkehr war am Samstag verboten.
Im Bayerischen Wald wurden laut Polizei die Uferbereiche kleiner Bäche geflutet, in manchen Dörfern gab es deshalb ein paar überschwemmte Zufahrtswege. In der Oberpfalz verzeichnete die Polizei mehrere kleine Einsätze wegen umgestürzter Bäume durch die Unwetter.
In Passau, wo sich drei Flüsse treffen, sollte mit ersten Sperrungen in der Altstadt in den Abendstunden gerechnet werden. Die Einsatzkräfte treffen derzeit dafür die entsprechenden Vorkehrungen und haben bereits mit dem Verbauen der Sandsäcke begonnen.
Pegelstände sollen am Sonntag sinken – Doch die nächste Regenwelle steht bereits vor der Tür
Der Sonntag startet nach Angaben der Hochwassernachrichtenzentrale trocken. Dadurch werden die Pegelstände sinken. In der zweiten Tageshälfte wird aber von Osten erneut Regen aufziehen. Daher sind etwa im Bayerischen Wald wieder höhere Wasserstände möglich.
In Franken war die Wetterlage weitgehend ruhig. Nürnberg meldete sogar eine Verlängerung der Freibadsaison: „Auch wenn das Wetter aktuell nicht ganz so gut ist, kommt täglich noch eine stattliche Anzahl an Gästen in das Westbad, um das Schwimmen im Freien zu genießen.“ Weil es kommende Woche wärmer und trockener sein soll, bleibt das Westbad noch eine Woche länger als geplant geöffnet - und zwar bis zum 22. September. (fhz)
