Krise bei Autozulieferer

„Schwere, aber unumgängliche Entscheidung“ – Webasto streicht hunderte Stellen in Deutschland

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Der kriselnde Autozulieferer Webasto will mehr als 600 Stellen in Deutschland streichen. Gleich mehrere Standorte in Bayern sind betroffen.

Stockdorf – Der Automobilzulieferer Webasto mit Hauptsitz in Stockdorf baut bis Ende des Jahres rund 650 Arbeitsplätze ab. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Zu den Hintergründen heißt es relativ schwammig: „Um die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftssicherheit von Webasto zu stärken, wird das Unternehmen im Rahmen seines laufenden Restrukturierungsprogramms seine Effizienz und Produktivität deutlich verbessern.“

Der Fokus des Stellenabbaus liege auf Arbeitsplätzen in der Verwaltung und Entwicklung. Zudem würden Kapazitäten in der Produktion an die veränderte Nachfrage angepasst. Betroffen seien die Standorte Gilching, Hengersberg, Neubrandenburg, Utting sowie die Zentrale in Stockdorf.

Vom Stellenabbau bei Webasto sollen mehrere Standorte betroffen sein (Symbolbild).

Stellenabbau bei Webasto an mehreren Standorten – Unternehmen informiert die Mitarbeiter

Die Aufgabe des Standorts Gilching ist schon seit vergangenem Jahr bekannt. Anfang 2025 berief das Unternehmen mit Johann Stohner einen externen Sanierer vom Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal in den Vorstand (wir berichteten). Zu den Abbauplänen könne sich Webasto noch nicht im Einzelnen äußern. Die Unternehmensleitung und der Betriebsrat hätten am Mittwoch alle Mitarbeiter in Deutschland informiert.

„In den kommenden Tagen finden an den betroffenen Standorten entsprechende Veranstaltungen statt, um weitere Einzelheiten zu besprechen“, antwortete die Pressestelle auf Anfrage des Starnberger Merkur. Im Anschluss daran gebe es für Medien mehr Informationen.

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Vorstandsvorsitzender Buchheim zu Stellenabbau: „schwere, aber unumgängliche Entscheidung“

Auf das Vorgehen beim Stellenabbau hätten sich das Management und die Vertretungen der Arbeitnehmer „nach intensiven Verhandlungen einvernehmlich geeinigt“. Vorstandsvorsitzender Jörg Buchheim wird in der Mitteilung zitiert: „Dies war eine schwere, aber angesichts der Marktentwicklung auch bei Webasto unumgängliche Entscheidung. Sie trägt wesentlich dazu bei, Webasto auch langfristig zukunftsfest zu machen.“

Es sei ein „ausgewogener Interessenausgleich mit Sozialplan“ erarbeitet worden. Zentraler Bestandteil der Maßnahmen sei das Angebot an die Mitarbeiter, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die sie über maximal zwölf Monate umfassend bei der Vermittlung einer neuen beruflichen Perspektive unterstützte.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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