Fürstenfeldbruck

In Fürstenfeldbruck: Premiere für das Volksfest to go

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Im Kutschenwagen wird das Essen ausgegeben. Festwirt Jochen Mörz testet das neue Konzept in Fürstenfeldbruck aus. So verdient die Gastronomenfamilie wenigstens etwas – und ist nicht zur Untätigkeit verdammt.
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Festzeltatmosphäre mit zünftiger Blasmusik und aufregende Fahrgeschäfte gibt es heuer nach der Absage der Volkfeste wegen der Corona-Pandemie nicht. Doch zumindest ein saftiges Wiesnhendl können sich die Fürstenfeldbrucker ab dem heutigen Freitag schmecken lassen. Festwirt Jochen Mörz bietet ein „Volksfest to go“ an.

Fürstenfeldbruck –  Was nach einer lustigen Idee klingt, hat für die bekannte Wirtsfamilie einen bierernsten Hintergrund. „Alle Feste werden abgesagt, unser Betrieb liegt praktisch flach“, sagt Nadine Mörz.

Alleine im Landkreis brechen die Einnahmen von fünf Volksfesten weg. Zuletzt wurde die Maisacher Festwoche Opfer des corona-bedingten Veranstaltungsverbotes. Zwar hat die Familie Mörz staatliche Soforthilfen beantragt. „Aber dieses Geld reicht nicht mal für einen Monat“, berichtet Nadines Vater Jochen Mörz.

Familie Mörz und der Verkauf über den Kutschenwagen

Die Gaststätten mit ihren Bring- und Abholangeboten lieferten die Vorlage für das Konzept, das nun zumindest ein wenig Geld in die Kasse der Gastronomenfamilie spülen soll: das Volksfest to go. „Wir haben bei der Stadtverwaltung angefragt, und dort fand man die Idee gut“, erzählt Nadine Mörz. Auf dem Fürstenfeldbrucker Festplatz wurde dafür bereits ein Küchenzelt aufgebaut. „Der Verkauf läuft über unseren neuen Kutschenwagen, den wir letztes Jahr angeschafft haben“, sagt die Wirtstochter. „Jetzt hoffen wir, dass das Angebot von den Bürgern angenommen wird.“

Im Küchenzelt werden Hendl und Haxn gebraten. Darüber hinaus gibt es Obatzdn, Steckerlfisch, Ente sowie Getränke – alles zum Mitnehmen natürlich. Denn Tische und Bänke darf die Familie Mörz nicht aufstellen. Vom 24. April bis 3. Mai kann man die Speisen und Getränke abholen oder sich liefern lassen. Die Preise sind wegen der fehlenden Bedienung und Musik etwas günstiger als im Festzelt. Wenn das Konzept erfolgreich ist, wollen die Wirtsleute ihr Volksfest to go auch in Mammendorf und Gröbenzell anbieten – sofern die Gemeinden einverstanden sind. Weitere Standorte außerhalb des Landkreises könnten folgen.

Die Einnahmen sind im Vergleich zum Verdienst bei einem Volksfest nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Aber es ist zumindest ein Strohhalm“, sagt Nadine Mörz – zumal auch unklar ist, wie es im kommenden Jahr weitergeht. Keiner wisse, wie viele Schausteller und Bands unbeschadet durch die Krise kommen und nächstes Jahr wieder am Start sind. Mit ihrem Volksfest to go hoffe die Familie Mörz zumindest einen Teil ihrer Fixkosten decken zu können. „Ansonsten wollen wir einfach im Gespräch bleiben und auch ein bisserl was zu tun haben.“ 

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Das Volksfest to go der Familie Mörz

gibt es vom 24. April bis 3. Mai auf dem Brucker Volksfestplatz. Von 11 bis 21 Uhr können Speisen und Getränke abgeholt werden – die Ente nur auf Vorbestellung unter Telefon (0176) 12 34 44 68 oder (0176) 12 34 44 69. Es gibt einen Lieferdienst, der im Umkreis von sechs Kilometern oder ab einem Bestellwert von 20 Euro gratis ist.

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