Sie witzelten, machten sich lustig und wehrten sich entschlossen gegen das Sitz-Trampen.
Baiern – Einstimmig erteilten die Bairer Räte in jüngster Sitzung dem „Mitfahrbankerl“ das Aus.
Einleitend hatte Bürgermeister Martin Riedl eine Beteiligung an der Aktion „Mitfahrbankerl“ der Verwaltungsgemeinschaft Glonn vorgeschlagen und bekundet: „Ich finde den Gedanken gut.“ Doch Riedl bekam für die Idee, auch in Baiern ein Bankerl aufzustellen, keine Zustimmung. Vielmehr trug der Tagesordnungspunkt derart zur Heiterkeit und Belustigung des Gremiums bei, dass die Stimmung im Kulbinger Ratszimmer kurzzeitig mehr an einen Stammtisch, denn an eine Ratssitzung erinnerte.
Als Beweis der Sinnlosigkeit von Mitfahrbankerln wurde mehrfach ein Versuch von EZ-Reporter Christoph Hollender zitiert. Der hatte im Zeitraum von mehreren Stunden vergeblich versucht, von Grafing–Bahnhof aus in verschiedene andere Gemeinden und wieder zurück zu gelangen. „Es ist halt in der Mode, ich halte das für eine nette Spielerei“, beurteilte Alex Müller die Mitfahridee und meinte weiter: „Alle haben es nun, überall stehen die Bankerl rum. Nach ein paar Jahren würden wir dann lediglich überlegen, ob wir es sanieren oder nicht.“ „Wir haben nicht mal einen Marktplatz wie die Glonner“, bemerkte Christian Maier. „Wenn ich in die Arbeit fahre, sitzt da niemand, ich bin nicht der Fan davon“, sagte Veronika Stadler.
„Unserer Senioren sind alle mobil“, wusste Benno Baumann. Alex Müller plädierte für ein Rufbus-System und ärgert sich über die Situation im öffentlichen Nahverkehr: „ Es kann ja nicht sein, dass ab 23 Uhr im südlichen Landkreis nichts mehr fährt.“
Von Susann Niedermaier