Neuauflage geglückt

In jedem Winkel eine andere Welt: Kulinarischer Abend in Miesbach voller Erfolg

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Magisch: Zauberin Annette Lanzinger sorgt für staunende Blicke am Marktplatz.
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Die Neuauflage des Kulinarischen Abends in Miesbach ist geglückt. In jedem Winkel der Altstadt gab‘s etwas zu entdecken - und dabei wurden alle Sinne bedient.

Miesbach – Wenige Schritte durch die verwinkelte Altstadt reichten, um zwischen den Sinneswelten hin- und herzuspringen. Fühlte man sich bei Kaspressknödel und Blasmusik im Heimbucherwinkl wie in (Süd)tirol, verströmte die Fraunhoferstraße ein paar Meter weiter süditalienischen Flair mit Liegestühlen, Cocktails und einem Alleinunterhalter, der Songs von Eros Ramazzotti & Co. so perfekt imitierte, dass sich mancher bei einem Konzert in der Arena di Verona wähnte. Drüben im Manhardtwinkl herrschte mit einer Moden- und Autoschau auf rotem Teppich mit Nebelmaschine und fetziger DJ-Musik Hollywood-Atmosphäre, während man sich im Marktwinkl mit Harfenklängen in einer Art Ruheoase eine Auszeit vom Trubel nehmen konnte.

Einkaufserlebnis: der Korbladen Hirschmüller.

Grund zum „Hängenbleiben“ gab’s eigentlich an allen Orten des Kulinarischen Abend in Miesbach. Aber dann war da doch wieder die Neugier, welche Überraschungen in den anderen Gassen und Plätzen auf einen warten. Und natürlich, wen man da noch so treffen wird. „Ich treffe Leute, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe“, meinte etwa eine begeisterte Besucherin.

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Einer, der am liebsten überall gleichzeitig gewesen wäre (und das tatsächlich auch versucht hat), ist Benedikt Waizmann. Für den neuen Leiter des Miesbacher Stadtmarketings war die Neuauflage des Kuli nach zweijähriger Corona-Pause gleich eine doppelte Premiere: nicht nur für ihn in seiner neuen Funktion, sondern auch, weil die Stadt erstmals die Rolle des Veranstalters von der Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) übernommen hat. „Ein gelungenes Gemeinschaftswerk“, bilanziert ein spürbar erleichterter Waizmann nach einer kurzen Nacht (der Abbau des Kuli dauerte bis 2.30 Uhr). Seine heisere Stimme erklärt er mit dem Telefonmarathon, den er am Tag zuvor gemeistert hatte.

Spielweise: der autofreie Stadtplatz verwandelte sich in eine Kreativfläche für Kinder und Jugendliche. Der Asphalt war bald mit bunten Malereien verziert.

Ein paar der Gespräche hatten auch mit der Bühne auf dem Marktplatz zu tun, berichtet Waizmann. Um 16 Uhr hätten die Kollegen von Laut & Hell diese spontan noch ein bisschen vergrößert, um für die Auftritte der Vereine mehr Platz zu schaffen. Die Trachtlerkinder hingegen improvisierten und zeigten ihr Tänze gleich unten im Publikum. „Super gelöst“, freut sich Waizmann. Für ihn überraschend gut angekommen seien auch die Straßenmalkreiden oben am Stadtplatz. Im Verlauf des Abends sei die Fahrbahn bunt gewesen, die Farben aufgebraucht. „Bombig“, schwärmt Waizmann, der sich nicht nur bei der GWM, sondern auch bei seinen Kollegen im Rathaus, Kulturamt und Bauhof für die Unterstützung bedankt.

Prost: Maria Senftner beim Einschenken.

Die Grußworte sprachen etwa Zweite Bürgermeisterin Astrid Güldner und Dritter Bürgermeister Franz Mayer, der den Kuli 2003 als GWM-Chef aus der Taufe gehoben hatte. „Mit dem Kuli zeigen wir, dass wir attraktive Feste feiern können, aber auch, dass Miesbach eine Einkaufsstadt mit besonderem Einkaufserlebnis ist“, sagte Güldner, während Mayer an die Premiere 2003 erinnerte, wo man um 17 Uhr dachte, dass niemand kommt, und dann um 20 Uhr das Essen knapp wurde.

Gute Aussicht: zwei Stelzengeherinnen.

Das wurde es auch 2022 vereinzelt. So hieß es etwa beim „Ox im Vinschgerl“ bei Optik Bucher schon um kurz nach 19 Uhr: „ausverkauft“. Verhungern musste aber angesichts zahlreicher Alternativen niemand. Die Wege ins sinnliche Glück waren kurz beim Kuli.

sg

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