Aus familiären Gründen: MVG-Chef hört nach zehn Jahren auf
Er ist das Gesicht des Münchner Nahverkehrs. Zehn Jahre lang war Ingo Wortmann Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Warum er jetzt aufhört.
München – Das ist eine faustdicke Überraschung! Nach zwei Amtszeiten hört Ingo Wortmann als Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf. Er wechselt aus familiären Gründen in seine Heimat Nordrhein-Westfalen und übernimmt dort zum Sommer die Geschäftsführung der Stadtwerke Oberhausen. Das teilte die MVG gestern mit.
In den vergangenen zehn Jahren hatte Ingo Wortmann das Ressort Mobilität bei den SWM geprägt und, so das Unternehmen, „entscheidende Weichen gestellt, um den öffentlichen Nahverkehr in der Landeshauptstadt weiter auszubauen und in eine sichere und nachhaltige Zukunft zu führen“.
Neue Leitstelle, Tram-Ausbau und E-Busse
Unter seiner Führung wurden der Bau und die Inbetriebnahme der neuen MVG-Leitstelle sowie des neuen Busbetriebshofs umgesetzt. Zudem erfolgte die Planung und der Baustart für die Tram-Westtangente sowie den Tram-Ausbau Münchner Norden. Auch um den Bau barrierefreier Trambahn-Haltestellen kümmerte er sich – und um die Elektrifizierung der Busflotte.
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der auch Chef-Aufseher der Stadtwerke ist, sagt: „Mit Ingo Wortmann verabschieden wir zum 31. Juli einen absoluten Nahverkehrs-Experten, der die Modernisierung von U-Bahn, Trambahn und Bus in München konsequent vorangetrieben und die Mobilitätssparte der SWM erfolgreich durch die herausfordernden Corona-Jahre gesteuert hat. Seine Entscheidung, nach über 30 Jahren in der Ferne dem Ruf der Heimat und der Familie zu folgen, kann ich natürlich gut verstehen – auch wenn ich sie bedaure. Für seine weitere berufliche und private Zukunft wünsche ich ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind
Die MVG gehört zu den Stadtwerken. Deren Chef Florian Bieberbach sagt: „Ich danke Ingo Wortmann sehr herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und seinen außerordentlichen Einsatz für das Unternehmen. Mit seiner ausgewiesenen Expertise in allen Nahverkehrs-Fragen und seinem strategischen Weitblick hat er unzählige Impulse gesetzt, von denen wir nicht nur im Ressort Mobilität, sondern auch bei den SWM insgesamt profitiert haben.“
Wortmann selber sagt: „Ich blicke dankbar zurück auf zehn ereignisreiche und arbeitsintensive Jahre, in denen ich zahlreiche zukunftsrelevante Projekte für die Stadt München abschließen oder auf einen guten Weg bringen konnte. Daher ist nun ein guter Zeitpunkt gekommen, um mich neuen Zielen in meiner Heimat zu widmen. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen bei den SWM sehr herzlich für die vielen gemeinsamen Erfahrungen und Erfolge und freue mich auf eine spannende neue Aufgabe als Geschäftsführer der Stadtwerke Oberhausen.“