Eishockey

Input aus der NHL

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Das Herz schlägt für die River Rats: NHL-Profi, Nationalspieler und Geretsrieder Eigengewächs Korbinian Holzer (Mi.) wird künftig den Verantwortlichen des ESC um (v. li.) Dieter Krampert, Peter Holdschik, Thomas Stöber und Thomas Gania als sportlicher Berater zur Verfügung stehen.
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Korbinian Holzer ist jetzt offizieller sportlicher Berater des ESC Geretsried

Geretsried – Korbinian Holzer hat in seinem Eishockey-Leben schon einiges gesehen und erlebt. Bei den Tölzer Löwen schaffte der heute 30-Jährige den Sprung in den Herrenbereich und machte über die Stationen Regensburg und Düsseldorf in Übersee auf sich aufmerksam. 135 Spiele in der besten Eishockey-Liga der Welt hat der 1,90 Meter große Verteidiger seit 2010 für die NHL-Klubs Toronto Maple Leafs und Anaheim Mighty Ducks absolviert, dazu ist er noch 52 Mal für das deutsche Nationalteam aufgelaufen. „Hier in Geretsried habe ich die Grundlagen vermittelt bekommen. Und deshalb möchte ich etwas zurückgeben“, betont Holzer, der momentan wegen einer Handgelenkoperation in der Heimat weilt, zu seiner neuen Aufgabe als offizieller sportlicher Berater des ESC Geretsried.

Die Idee dafür hatte sein sehr guter Freund Thorsten Patzelt, ebenfalls langjähriger Geretsrieder Eishockeyspieler. „Als wir uns im Sommer das erste Mal konkret über das Thema unterhalten haben, war das Eis sofort gebrochen. Und es ist natürlich eine tolle Werbung für uns“, sagt Peter Holdschik. Nach Angaben des Zweiten Vorsitzenden gibt es kein konkretes Konzept, aber die Themen Nachwuchsarbeit, Stadion und Sponsoring seien gerade jetzt ein Jahr vor dem Bau des neuen Dachs sehr wichtig. „Es ist der richtige Zeitpunkt“, weiß auch Holzer. Er werde sehr gerne seine Erfahrung und Meinung einbringen, ohne sich aufdrängen zu wollen. „Ich habe in der NHL viel gesehen, auch was sich abseits der Eisfläche tut. Natürlich lassen sich nicht alle Ideen umsetzen bei einem Bayernliga-Verein, aber man kann Konzepte auch anpassen“, sagt der Profi. Besonders am Herzen liegt ihm der Geretsrieder Nachwuchs, „und da tut sich momentan einiges“. Beispielsweise regt Holzer an, den einzelnen Mannschaften unbedingt eigene Kabinen zuzuteilen. „Das ist unheimlich wichtig für den Teamspirit, wenn die Jungs hier im Stadion ihr zweites Wohnzimmer haben.“ Sportlich würde es den ESC sicherlich voranbringen, wenn es ein einheitliches taktisches Konzept durchgehend für alle Altersklasse gebe. Wobei das natürlich in erster Linie eine Entscheidung der verantwortlichen Übungsleiter sei, „und es gibt jede Menge guter Leute hier im Trainerstab“. Holzer kann sich vorstellen, dass das eine oder andere Talent auch für höhere Spielklassen in Frage kommt. „So riesig ist der Unterschied zwischen den Ligen nicht. Abgesehen vom Tempo geht es nur darum, viele Details konstant richtig zu machen“, stellt der Verteidiger fest. Mittelfristig sei es durchaus ein Ziel, mit dem ESC in die Oberliga aufzusteigen und dabei vor allem dem eigenen Nachwuchs eine Perspektive zu bieten.

Die Kommunikation zwischen Geretsried und Anaheim fand häufig via E-Mail und Whatsapp statt. „Das ist ja heutzutage kein Problem mehr“, sagt Peter Holdschik. Da Holzer bis Anfang Dezember in der Heimat weile, seien noch ein paar Termin geplant. „Es bringt uns schon einiges, wenn wir nur mal zwei bis drei Stunden miteinander reden.“ Dabei geht der 30-Jährige seine neue Aufgabe durchaus ernsthaft an. Einige Zeit möchte er schon noch in der NHL spielen, aber er mache sich durchaus schon Gedanken über die Zeit nach seiner Karriere. „Und wer weiß, vielleicht gibt es dann in Geretsried eine berufliche Perspektive für mich.“

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