Mediziner-Konferenz

Internationale Krebsforscher tauschen sich in Kochel aus

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Die Krebsforschung - hier ein einem Sequenziergerät zur Erforschung von Krebszellen - macht Fortschritte. Dazu tauschen sich derzeit internationale Mediziner in Kochel aus.
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Mediziner aus aus Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie aus verschiedensten europäischen Ländern sind in diesen Tagen am Kochelsee zu Gast. Die rund 250 Forscher wollen sich über neuartige Krebstherapien austauschen.

Kochel am See – Alle diese Experten sind zum ersten Mal zu Besuch in Kochel. Mediziner, Physiker, Chemiker und Biologen aus Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie aus verschiedensten europäischen Ländern. Nur einer kennt den Kochelsee schon seit Kindestagen: Dr. Ronald Sroka. Er ist Leiter des Laser-Forschungslabors an der Urologischen Klinik des Klinikums der LMU München in Großhadern und mit der Organisation des Kongresses betraut. „Vor über 50 Jahren habe ich mit meinen Eltern auf dem Kochler Campingplatz übernachtet“, berichtete er jüngst dem Kochler Gemeinderat.

Vor ein paar Jahren habe er dann mit seinen Kindern eine Theatervorstellung in der „Heimatbühne“ besucht und sich dabei gedacht: „Die ist ideal für unsere Tagung.“

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Mit einfachen Worten erklärte der Wissenschaftler, worüber sich die Kongressteilnehmer noch bis zum Wochenende in Kochel austauschen: Über neueste Forschungen auf dem Gebiet der photodynamischen Therapie und Photodiagnostik. Dieses interdisziplinäre Spezialgebiet der Medizin ermöglicht laut Sroka die Diagnostik und Therapie verschiedener Krebsarten und anderer Erkrankungen, zum Beispiel bakterieller Hautinfektionen mittels Licht und photoaktiver Substanzen. Der Forscher: „Für diesen Zweck wird dem Patienten ein Mittel verabreicht, das sich gezielt in den Zellen anreichert, die man erkennen oder therapieren will.“ 

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Bei Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Farbe (zum Beispiel blau) beginnt das Mittel in der Zelle rot zu leuchten. Diese Fluoreszenz der Zellen kann laut Sroka mit entsprechenden Kameras und Endoskopen nachgewiesen und so zum Beispiel Krebs in für das Auge sonst noch nicht erkennbarem Anfangsstadium diagnostiziert werden. Neben der Fluoreszenz können nach Angaben des Wissenschaftlers die meisten der verwendeten Substanzen bei Bestrahlung mit rotem Licht auch chemische Reaktionen erzeugen, die das Absterben der betroffenen Zelle zur Folge haben. Mit diesen Methoden werden zurzeit Haut-, HNO-, Hirn- und Harnblasentumore diagnostiziert und therapiert, aber auch bakterielle Kontaminationen vermieden oder Infektionen bekämpft.

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Die Kochler Konferenz soll nun die neuesten Forschungs- und Entwicklungsergebnisse auf diesem Gebiet zusammentragen. Die Experten wollen neue Konzepte für medizinische Anwendungen diskutieren.

Und: Die internationalen Gäste wollen auch die Schönheiten des Zwei-Seen-Lands kennenlernen. Das Begleitprogramm beinhaltet Besuche des Franz-Marc-Museums und des Freilichtmuseums Glentleiten sowie eine Bootstour auf dem Kochelsee. Zudem sind eine Abendveranstaltung auf dem Herzogstand und ein Gala-Dinner im Kloster Benediktbeuern geplant. Bürgermeister Thomas Holz freut sich, dass die Gäste mit dem von Sroka beschworenen „Kochelsee-Spirit“ den interdisziplinären und interkulturellen Austausch angehen.

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