VonGabi Wernerschließen
Deutlich mehr Urlaubsgäste als im vergangenen Jahr kamen heuer im Mai in die Alpenregion Tegernsee Schliersee. Das geht aus der aktuellen Übernachtungsstatistik hervor. Woran lag‘s? Wir haben nachgefragt.
Tegernseer Tal – Der Mai hatte es touristisch in sich. Besonders viele Urlaubsgäste besuchten in diesem Monat die Alpenregion Tegernsee Schliersee – nämlich 6,54 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Noch deutlicher war die Steigerung bei den Übernachtungen: Da gab es ein Plus von 11,36 Prozent. Zahlen, die schon jetzt auf einen super Sommer hoffen lassen? Oder doch ein einmaliger Ausreißer nach oben? Wir haben beim Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH, Christian Kausch (40) nachgehakt.
Herr Kausch, der Mai fällt in der aktuellen Übernachtungsstatistik ja ziemlich aus dem Rahmen. Woher kommen die guten Zahlen?
Christian Kausch: Da kommen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen hatten wir natürlich ein sehr schönes, stabiles Wetter, zum anderen fielen heuer die kompletten Pfingstferien auf den Monat Mai. Das macht wohl den großen Unterschied zum vergangenen Jahr aus. Außerdem lagen die Feiertage sehr günstig. Da gibt es natürlich viele Leute, die spontan zu uns an den Tegernsee reisen. Was wir aber auch feststellen: Wir bekommen im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr langfristige Buchungen herein.
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Dann können Sie ja vielleicht schon eine Prognose wagen, wie sich der Sommer 2018 touristisch entwickeln wird.
Christian Kausch: Abgerechnet wird natürlich zum Schluss, wir versprechen uns aber definitiv einen guten Sommer. Es zeichnet sich ab, dass die Region weiterhin im Aufwind ist.
Woran machen Sie das fest?
Christian Kausch: Wir haben schon jetzt wahnsinnig viele Nachfragen und Buchungen für den Sommer und auch Herbst. Für manche Kategorien – zum Beispiel im gehobenen Hotelsegment – kann es schon schwierig werden, die Leute unterzubringen. Natürlich ist noch alles möglich, aber es könnte durchaus zu Engpässen kommen. Im Moment läuft es einfach sehr gut. Da spielen uns natürlich auch die verschiedenen Wiedereröffnungen von Hotels in die Karten, zum Beispiel das Bussi Baby, das Bachmair am See oder der Tegernseer Hof. Und auch der Gesundheitstourismus ist wieder stärker im Kommen.
Vom 22. bis 29. Juli schlagen die Fußballer von Borussia Mönchengladbach wieder ihr Trainingslager in Rottach-Egern auf. Spielt auch das touristisch eine Rolle?
Lesen Sie hier, wie sich die Situation speziell in der Stadt Tegernsee darstellt
Christian Kausch: Das merken wir definitiv. Gladbach ist für uns eine extrem wichtige Sache und mittlerweile ein echter wirtschaftlicher Faktor. Die bringen einige hundert Fans mit, manche davon bleiben auch danach noch am Tegernsee und machen hier Urlaub. Das bringt uns nicht nur PR-technisch etwas, sondern tatsächlich Leute. Touristisch ist so etwas ein absoluter Glücksfall.
Bleiben denn die Urlaubsgäste im Allgemeinen wieder länger – oder setzt sich der Trend der Kurzurlaube weiter fort?
Christian Kausch: Der Trend, kürzer zu bleiben, aber dafür mehrmals im Jahr zu kommen, setzt sich fort. Wir sehen allerdings große Chancen, unter anderem mit dem aufstrebenden Gesundheitstourismus und vieler weiterer nachhaltiger Akzente wieder vermehrt längere Aufenthalte zu generieren – vor allem auch in der Nebensaison.
So sieht die Statistik im Einzelnen aus
Betrachtet man die bisherige Übernachtungsstatistik von 2018, sticht der Mai tatsächlich in besonderer Weise heraus. Im Januar verzeichneten die Touristiker im Bereich der Alpenregion Tegernsee Schliersee (erfasst sind alle Kurbeitrag erhebenden Orte) bei den Gästen ein Minus von 2,72 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, bei den Übernachtungen ein Plus von 0,65 Prozent. Bei den darauffolgenden Monaten ergibt sich folgendes Bild: Februar: plus 6,17 Prozent bei den Gästen, plus 9,69 Prozent bei den Übernachtungen; März: plus 3,39 Prozent bei den Gästen, plus 0,91 Prozent bei den Übernachtungen; April: minus 2,02 Prozent bei den Gästen, minus 8,79 Prozent bei den Übernachtungen; Mai: plus 6,54 Prozent bei den Gästen, plus 11,36 Prozent bei den Übernachtungen. Insgesamt ergibt sich für die ersten fünf Monate ein Wert von 2,64 Prozent mehr Gästen und 3,36 Prozent mehr Übernachtungen.
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