VonDieter Dorbyschließen
Immer wieder stürzen Wanderer auf dem Weg zum Gipfel der Brecherspitz ab, finden dabei den Tod oder werden schwer verletzt.
Zuletzt ist am Sonntag ein 61-Jähriger aus Unterföhring (Kreis München) auf dem Westgrat an einer ausgesetzten Stelle gestolpert und 100 Meter in die Tiefe gestürzt. Dabei verletzte er sich auf dem mit Felsen durchsetzten Steilhang schwer und starb noch am Unfallort (wir berichteten). Der Mann war mit seiner Familie auf dem Weg zurück zur Oberen Firstalm. Wir sprachen mit Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, wie er die Sicherheitslage auf der Brecherspitz einschätzt.
Nein, am Weg gibt es nichts auszusetzen. Er ist ein Steig und auch als solcher klar ausgewiesen. Es gibt in meinen Augen aber ein anderes Problem: Die Brecherspitz ist zu leicht erreichbar.
Man kann mit dem Auto sehr weit rauffahren – auf eine Höhe, die man vom Tal weg zu Fuß erst mal erreichen muss.
Das wäre eine Tour für erfahrene Berggeher. Aber so kommen mit dem Auto auch Leute in die Nähe des Gipfels, die weniger geübt sind. Von der Oberen Firstalm ist der Vorgipfel nicht weit, und der Hauptgipfel sieht nah und leicht erreichbar aus – ist er aber nicht. Der Weg wird schmäler, ausgesetzt, steiler. Das ist nicht gefährlich, es sieht aber leichter aus.
Meines Erachtens nicht. Der Weg ist ordentlich gemacht und als alpiner Steig ausgewiesen. Es sollte damit also allen bewusst sein, dass das kein Wanderweg ist.
Man könnte vielleicht deutlicher warnen und besonders darauf hinweisen, dass Trittsicherheit vorausgesetzt wird. Darüber kann man nachdenken. Die Brecherspitz wird eben sehr viel begangen, weil sie gut zu erreichen ist.
Ab einer Höhe von 1000 Metern ist das der Alpenverein mit seinen Sektionen. Sie stufen die Schwierigkeit ein, sichern problematische Stellen zum Beispiel mit Drahtseilen und sperren auch Wege, wenn sie zu gefährlich sind.
ddy
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