Irlstorfer ist der CSU-Kandidat - dank Freisinger Hausmacht

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Erich Irlstofer will den Wahlkreis 215für die CSU verteidigen.

Freising - Mit ihrer Mehrheit wählten die Freisinger Delegierten Erich Irlstorfer zum CSU-Bundestagskandidaten des Wahlkreises 215. Die Pfaffenhofener setzten sich mit ihrem Bewerber nicht durch - wie schon seit 51 Jahren.

84 Delegierte hatte der Kreisverband Freising zur Nominierungsversammlung des Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2013 nach Schweitenkirchen entsandt. Und offenbar alle 84 haben dem Freisinger Bewerber Erich Irlstorfer (42) die Treue gehalten. Irlstorfer erhielt sogar 89 Stimmen. Womöglich hat er auch die fünf Abgesandten der Gemeinden Petershausen und Aresing für sich eingenommen haben. „Ich bin natürlich sehr erleichtert“, sagte Irlstorfer nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Einer der ersten Gratulanten: der unterlegene Pfaffenhofener Stadtrat Martin Rohrmann (40), der 71 Stimmen bekommen hatte.

Zuvor hatte der Freisinger CSU-Ortsvorsitzende, Kreis- und Stadtrat verkündet, er wolle „Politik mit Überzeugungskraft und Leidenschaft betreiben“. Mobilität, wirtschaftliche Stabilität und Demographie wären seine Themen, wenn er für den Wahlkreis 215 der Mann in Berlin werde. Beispiel: Die Entwicklung und die Vorhaben am Flughafen würde er auf Bundesebene „gerne mit Sachlichkeit konstruktiv, aber auch kritisch begleiten“. Irlstofers Bitte an die Delegierten: „Setzen Sie mich als Ihre Stimme in Berlin für Ihre Region ein.“ Ein Abgeordneter dürfe „nie vergessen, aus welchem Wahlkreis er herkommt, wo seine Wurzeln sind“, sagte Irlstorfer. Und nach seiner Kür folgte der Aufruf auch an die Pfaffenhofener, „jetzt gemeinsam den Weg zu gehen, damit wir dieses Mandat wieder holen“.

Ein paar Gemeinsamkeiten haben Irlstorfer und Rohrmann: Beide sind mit einer Claudia verheiratet, beide haben einen Sohn und eine Tochter. Doch das war es dann auch schon. Gab sich Irlstorfer in seiner Bewerbungsrede eher zurückhaltend, so trumpfte Rohrmann mächtig auf: „Warum will ich nach Berlin? Weil ich es kann!“, eröffnete er sein Statement, lobte seine eigenen klaren Wertvorstellungen und versicherte, als Rechtsanwalt „top ausgebildet“ zu sein. Und weil er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg halte, „will ich in Berlin vorne mit dabei sein“. Die Rolle des „Hinterbänklers“ käme für ihn nicht in Frage. Und auch thematisch gab es Unterschiede. Rohrmann sagte in seiner Rede, es sei „derzeit nicht opportun, zur dritten Startbahn Stellung zu beziehen“.

Nach vier Wahlperioden Franz Obermeier, der sich dafür bei den Delegierten bedankte, steigt nun also Irlstorfer in den Ring, um den Wahlkreis für die CSU zu erobern.

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