Fischbachauer Gemeinderäte verwundert

Irritation beim Breitbandausbau: Ignoriert die Telekom vorhandene Leerrohre?

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Der Ärger um den Breitbandausbau nimmt kein Ende. In Fischbachau keimt nun die Vermutung auf, dass die Telekom bereits verlegte Leerrohre nicht nutzt. Der Bürgermeister will nachhaken.

Fischbachau – In weiser Voraussicht hat die Gemeinde Fischbachau agiert, als sie bei allen Straßenbaumaßnahmen in den vergangenen Jahren Leerrohre in den Untergrund einziehen ließ. So könne man kostengünstig den Arbeitsaufwand beim Breitbandausbau verhindern, lautete damals die Begründung. Doch das hat sich offenbar nicht ausgezahlt, wie Heinrich Isenmann (CSU) nun im Gemeinderat anmerkte. „Die Telekom gräbt trotzdem überall auf und verlegt neue Rohre“, sagte Isenmann und bat Bürgermeister Josef Lechner (CSU), das Unternehmen auf die bereits vorhandenen Leitungen hinzuweisen.

Der Rathauschef zeigte sich verwundert über das Vorgehen der Telekom. Eigentlich seien alle Rohre im Masterplan verzeichnet, den die Gemeinde einst für 5000 Euro erstellen ließ. „Das ist Vertragsbestandteil“, betonte Lechner. Er werde bei der Telekom nachhaken, warum sie sich offenbar nicht daran halte. „Das müssen sie mir schlüssig erklären.“

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Nicht der einzige Ärger in Sachen Breitbandausbau in Fischbachau, wie die weiteren Wortmeldungen am Ratstisch zeigten. So wies Peter Rauffer (FaB) darauf hin, dass die von der Telekom beauftragten Baufirmen nicht immer sehr koordiniert vorgehen würden: „Die machen Löcher zu und gleich wieder auf.“ Lechner bestätigte dies und berichtete vom Gehweg in Elbach. Als dieser endlich gepflastert gewesen sei, sei er wenige Tage später bereits wieder aufgerissen worden. Einziger Trost für die Allgemeinheit: „Auf die Gemeinde kommen keine Kosten zu.“

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Fischbachau ist nicht die erste Gemeinde im Landkreis, in der die Abwicklung des Breitbandausbaus für Unmut sorgt. Immer wieder beschweren sich Bürger über Baugruben, die monatelang nicht geschlossen werden (wir berichteten). Die Telekom begründet die Probleme stets mit der angespannten Auftragslage in der Baubranche. Dadurch sei man gezwungen, auf Subunternehmer zurückzugreifen. 

Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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