- VonMathias Weinzierlschließen
Ein dramatischer Lkw-Unfall auf der Autobahn A8 am Irschenberg hat am Dienstag (28. Mai) die Rettungskräfte in Atem gehalten. Wie es dem schwerverletzten Fahrer (54) des Melonen-Lasters geht – und welche Auswirkungen der Crash im Mangfalltal hatte.
Irschenberg/Mangfalltal – Mittwochfrüh (29. Mai) zeugten nur noch wenige Spuren vom Trümmerfeld, mit dem sich die Rettungskräfte am Tag davor konfrontiert sahen: Rund um den schweren Lkw-Unfall eines mit Melonen beladenen Lastwagens am Dienstagmorgen (28. Mai) hatten die Einsatzkräfte der Autobahnmeisterei Holzkirchen sowie der umliegenden Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW) im wahrsten Sinne des Wortes saubere Arbeit geleistet.
Unfall auf der A8 am Irschenberg am Dienstagvormittag (28. Mai)




Wobei die Einsatzkräfte diese positive Nachricht besonders freuen dürfte: Dem 54-jährigen Lkw-Fahrer, der schwer verletzt worden war, geht es nach Angaben eines Sprechers der Autobahnpolizei Holzkirchen „den Umständen entsprechend gut“. Er habe bei dem Unfall zwar „multiple Brüche“ erlitten, sei aber „ansprechbar“ und „nicht in Lebensgefahr“.
Der Grieche war am Dienstag, 28. Mai, gegen 6.30 Uhr mit seinem Lkw auf der A8 in Richtung München unterwegs, als er am Irschenberg auf der Gefällestrecke im Bereich einer Rechtskurve bei starkem Regen die Kontrolle über seinen 40-Tonner verlor und in die Mittelleitplanke krachte.
Dabei wurde der 54-Jährige, der nach Angaben der Ermittler keinen Gurt angelegt hatte, durch die Frontscheibe der Fahrerkabine geschleudert. Eine Ärztin, die ebenfalls auf dem Streckenabschnitt mit ihrem Auto unterwegs war, versorgte den Schwerverletzten bis zum Eintreffen eines Rettungshubschraubers. Dieser flog den Mann anschließend in ein Krankenhaus. Den Sachschaden bezifferte die Polizei in einer ersten Schätzung auf über 300.000 Euro.
Polizei hofft weiter auf Zeugenhinweise zum Unfallhergang
Auf den bisherigen Zeugenaufruf der Autobahnpolizeistation Holzkirchen, die sich dadurch weitere Erkenntnisse zum Unfallhergang erhofft, hat sich bislang nach Angaben eines Polizeisprechers noch niemand gemeldet. Die Ermittler hoffen dennoch weiterhin, dass etwaige Zeugen sachdienliche Hinweise geben können, wie es zu dem schweren Lkw-Unfall am Irschenberg gekommen war. Hinweise werden unter Telefon 08024/90730 entgegengenommen.
Für den Rettungs- und Bergungseinsatz – neben unzähliger Trümmerteile war auch ein Großteil der geladenen Melonen auf der Fahrbahn verstreut – musste die Autobahn zunächst auf beiden Seiten komplett gesperrt werden, ehe nach und nach einzelne Fahrspuren durch die Einsatzkräfte freigegeben werden konnten. Die Komplett- sowie die Teilsperrungen sorgten bis in den Abend hinein für massive Verkehrsbehinderungen auf den Umleitungsstraßen in der Region, beispielsweise im Mangfalltal.
So war auf der Staatsstraße 2078 zwischen Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham zeitweise Schritttempo, hin und wieder auch kompletter Stillstand angesagt, nachdem die Polizei während der Vollsperrung den Autobahn-Verkehr in Richtung München an der Anschlussstelle Bad Aibling ausgeleitet hatte, in Richtung Salzburg an der Anschlussstelle Weyarn. Zu einem höheren Unfallaufkommen sei es durch den starken Verkehr aber nicht gekommen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Bad Aibling auf OVB-Anfrage betonte. „Wenn die Autobahn gesperrt wird, ist das immer so, dass wir hier auf den Straßen mehr Verkehr spüren“, sagte der Polizeisprecher. „Das war für uns nichts Ungewöhnliches.“
Taxi-Unternehmen muss zahlreiche Fahrten absagen
Eine Mitarbeiterin des Unternehmens Taxizentrale Wendelstein GmbH mit Sitz in Bad Aibling hingegen bewertete die Verkehrslage auf den Straßen des Mangfalltals am Dienstag gegenüber dem OVB als „sehr, sehr schlimm“. „So ein Verkehrschaos habe ich selten erlebt“, sagte die Mitarbeiterin. „Wir haben zahlreiche Fahrten absagen müssen, weil die Fahrer einfach nicht durchgekommen sind.“ Die Touren, die möglich waren, seien dafür deutlich länger gewesen, da „die Taxifahrer viele Umwege fahren“ mussten.
Auch ein Außendienstmitarbeiter, der einen Feuerwehr-Beitrag zum Irschenberg-Unfall kommentierte hatte, sprach dort von einem „Chaos“, weshalb er nach eigenen Angaben letztlich seine Fahrt abgebrochen hatte. In Gedanken war er vor allem beim Verunglückten und den Einsatzkräften. So wünschte er dem schwerverletzten Lkw-Fahrer „alles Gute“ und richtete „ein dickes Danke an die Hilfskräfte für ihren unermüdlichen Einsatz“.


