Nach tagelangem Regen

Isar: Hochwasser bedroht Vögel und Fische

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Schlechte Karten für den Flussregenpfeifer: Durch das Hochwasser sind die Nester auf den Kiesbänken in der Isar weggeschwemmt worden.

Von Kieseln erdrückt oder weggeschwemmt: Für Jungfische sind die Wassermassen, die die Isar derzeit mit sich führt, ein echtes Problem. Auf die Isarranger wartet derweil viel Arbeit.

Bad Tölz – Nach tagelangem Regen führt die Isar nach wie vor Hochwasser. Was sind die Folgen für die Fischwelt und die auf den Kiesinseln brütenden Vögel? Die Antworten vom Lenggrieser Vogelschützer Heribert Zintl und Manfred Haff, Vorstand des Tölzer Fischereivereins, fallen ernüchternd aus. Vor allem der Flussregenpfeifer, der zum Beispiel gerne auf einer Kiesbank auf Höhe des Tölzer Parkhauses brütet, hat nach dem Hochwasser schlechte Karten. Aber auch andere Vögel und Fische verlieren Nachwuchs.

Zintl erwartet, „dass die meisten Nester weggeschwemmt wurden“. Glück im Unglück sei, dass das Hochwasser bereits im Mai gekommen sei und die Vögel noch Zeit zum Brüten haben. Viele Vögel produzierten noch ein sogenanntes Nachgelege. Er befürchtet aber, dass sich die Brutzeit mit der Tourismussaison überschneidet und die Vögel erneut gestört werden.

Viel Arbeit für die Isarranger

Deshalb kommt nun auf die Isarranger viel Arbeit zu. Sie müssten, so Zintl, die Beschilderungen der geschützten Brutplätze wieder aufstellen, die zum Großteil weggeschwemmt wurden. Um Enten, Flußuferläufer und Schwäne macht sich der Vogelschützer weniger Sorgen, „denn diese brüten meist auf höher gelegenen Plätzen“.

Ach ja, und was ist mit den Störchen? Der Bestand sei, sagt Martin Blösl vom ZUK in Benediktbeuern, durch das Hochwasser wohl nicht großartig beeinflusst worden. Es könne sein, dass die Jungen durch den dauerhaften Regen gestört wurden.

Wie es um den Fischbestand steht, kann Manfred Haff erst sagen, wenn das Wasser wieder sinkt. Die jüngste Generation der Fische sei aber gefährdet. Die kleinen, unerfahrenen Fische könnten dem Druck des Wassers noch nicht gut ausweichen beziehungsweise standhalten. Sie würden oft von Kieseln erdrückt, weggeschwemmt oder blieben auf trockenen Seitenarmen liegen. So gehe im schlimmsten Fall eine ganze Generation verloren. Das passiere vor allem, wenn die Schleusen des Isarstausees zu abrupt geöffnet werden. Diesbezüglich sei man aber, sagt Haff, im Gespräch mit den Stadtwerken.

„Wir versuchen, die Fische aufzusammeln, aber es ist ein großer Verlust. Auch können wir die eingesetzten Fische, die teils bis nach Wolfratshausen getrieben werden, nicht mehr fangen“, bedauert Haff. Er hat bereits Fisch-Karten für den Stausee verkauft. „Da ist viel Geld verloren gegangen.“  tpf

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