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Lange Zeit hat sich der Verein „Rettet die Isar jetzt“ für eine Isar-Verordnung eingesetzt. Dass es seit ein paar Tagen solch eine Verordnung gibt „erfüllt mich mit Freude“, sagt der Vorsitzende Karl Probst.
Lenggries – In einen „Outdoor-Partytreff“ und eine „Eventarena mit sehr viel Kommerz“ habe sich die Isar in den vergangenen Jahren verwandelt. Die Isar-Verordnung war daher nach Ansicht von Karl Probst überfällig. Das sagte der Vorsitzende des Vereins „Rettet die Isar jetzt“ am Donnerstagabend in der Jahresversammlung im Lenggrieser „Wieserwirt“.
Probst erwartet, dass sich dies nun ändert: „Wir haben das meiste erreicht, was wir erreichen wollten.“ Besonders wichtig sei, dass in der Nacht nun Ruhe herrsche und dass es jahreszeitliche Beschränkungen zugunsten der Vogelbrut- und Fisch-Laichzeiten gebe. „Eventartige Sachen“ wie das Gumpenspringen seien nun untersagt. Ein „gewaltiger Fortschritt“ sei auch die Tatsache, dass sich die gewerblichen Anbieter nun registrieren lassen und dass sie ein Konzept vorlegen müssen. „Auf diese Weise wird sich die Spreu vom Weizen trennen“, erwartet Probst. „Es wird weniger Teambuilding-Aktionen und Halli-Galli-Junggesellenabschiede auf der Isar geben.“
„Goldene Brücke“ gebaut für Kanu-Fahrer
Den Kanu-Sportlern sei eine „goldene Brücke“ gebaut worden, indem sie bis zum 31. Dezember auf der Isar fahren dürfen: „Nach den Nikolaus- und Christkindlfahrten muss es auch irgendwann gut sein.“ Probst kritisierte in diesem Zusammenhang die Äußerungen einiger Kanu-Funktionäre, die die Isar als „natürliche Sportstätte“ bezeichnet hätten. „Das ist der Kern des Missverständnisses“, sagte Probst. „Die Isar ist keine Sportstätte, sondern ein Wildfluss, eine Naturlandschaft und ein Lebensraum.“ Er empfiehlt: „Diese Leute sollten mal über ihre Sicht der Dinge nachdenken.“
Um das Kanufahren ging es auch in der anschließenden Diskussion. Nach Ansicht von Probst sollte der Bereich zwischen Wallgau und dem Sylvenstein komplett für den Bootsverkehr gesperrt werden, da die Landschaft in diesem Bereich sehr sensibel sei.
Strikt gegen ein Befahrungsverbot sprach sich der begeisterte Kanufahrer Günter Camelly aus. Selbst an heißen Sommertagen seien auf der oberen Isar nicht mehr als fünf bis zehn Kanus pro Tag unterwegs. Es gebe andere Möglichkeiten, Probleme zu verhindern, wie etwa die begrenzte Ausgabe von Befahrungs-Erlaubnissen.
Nach Ansicht von Camelly seien eher die Fliegenfischer ein Problem, die über die Kiesbänke laufen. Er selbst sei am 1. Mai auf dem Lech an der Litzauer Schleife unterwegs gewesen und habe auf der fünf Kilometer langen Strecke zehn Fliegenfischer passiert. Probst ergänzte: „Auch die Fischer werden sich wegen der Isar-Verordnung zurücknehmen müssen.“
Dies wollte Manfred Haff, Vorsitzender des Bezirksfischereivereins Bad Tölz, so nicht stehen lassen. Im Bereich der oberen Isar gebe es gerade mal vier Personen, die dort fischen dürfen. Es gelte ein Betretungsverbot für Kiesbänke: „Wer das nicht beachtet, dem wird die Fischerei-Karte entzogen“, so Haff. „Fischer wollen, dass alles in geordneten Bahnen läuft. Schon im eigenen Interesse sind sie Naturschützer.“
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