VonElisa Buhrkeschließen
Am Sonntag ist in München eine Großdemonstration gegen Rechts geplant. Die Veranstalter kritisieren mitunter die Übernahme rechtspopulistischer AfD-Sprache durch andere Parteien.
München - Los gehen soll es am Siegestor: Mehr als 200 Organisationen, Vereine und Institutionen aus München rufen für Sonntag, 21. Januar, ab 14 Uhr zu der Demonstration „Gemeinsam gegen Rechts“ auf. Mit der Kundgebung wollen die Veranstalter ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und rechte Politik in Deutschland setzen, sagt Jana Häfner, Sprecherin von Fridays for Future München, im Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeinsam mit „München ist bunt!“ hat die lokale FFF-Ortsgruppe die Demo initiiert. „Wir hoffen natürlich, dass super viele Menschen kommen werden“.
Nach KVR-Angaben vom Donnerstag werden 10.000 bis 20.000 Teilnehmer erwartet, die Organisatoren hoffen indes auf etwa 30.000. Auslöser für die derzeit bundesweit stattfindenden Demonstrationen ist vor allem die jüngste Investigativ-Recherche von Correctiv. Dieser zufolge haben bei einem Geheimtreffen hochrangige AfD-Politiker und Rechtsextreme Pläne gefasst, Millionen von Menschen aus rassistischen Gründen aus Deutschland zu vertreiben.
Demo gegen Rechts in München: Wie die Route vom Siegestor aus verläuft
Die Anfangskundgebung am Siegestor soll etwa eine Stunde dauern, berichtet Fridays-for-Future-Sprecherin Häfner unserer Redaktion. Danach wird der Demonstrationszug laut Kreisverwaltungsreferat Richtung Norden ziehen und die Burschenschaft Danubia in der Potsdamer Straße in Schwabing ansteuern. Die Burschenschaft wird als rechtsextremistische Gruppierung vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Unter anderem ist laut Sueddeutscher Zeitung auch der AfD-Landtagsabgeordnete Benjamin Nolte als „Alter Herr“ Mitglied der Vereinigung.
GEMEINSAM GEGEN RECHTS
— FridaysForFuture München (@fff_muc) January 16, 2024
- SAVE THE DATE!!
Allerhöchste Zeit, dass wir als Gesellschaft für Demokratie & Vielfalt einstehen! Wir alle sind gefragt, unsere Demokratie gegen Rechts zu verteidigen!
📅21.01.24
⏰14.00
📌Siegestor München#GemeinsamGegenRechts #DemokratieVerteidigen pic.twitter.com/GXDCgWXxsR
Nach diesem Zwischenziel bewegt sich die Demonstration dann über die Leopoldstraße zurück zum Siegestor für die Endkundgebung. Eine Einsatzbesprechung der Münchner Polizei findet am Freitag statt.
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Zeichen gegen Rechtsruck in Deutschland: Veranstalter kritisieren AfD-Sprache in der Politik
Insgesamt sind laut Häfner bislang acht Reden geplant, mitunter zu den Themen Antisemitismus, Rassismus und Queerness. Die Veranstalter betonen: Es sind in erster Linie nicht Politiker, die am Sonntagnachmittag auf der Demonstration laut werden sollen, sondern Stimmen aus der Zivilbevölkerung. Deshalb werde am Sonntagnachmittag auch keine Person mit politischem Amt oder Mandat eine Rede halten. Man wolle zeigen, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland hinter der Demokratie stehe und diese verteidige.
Auch die Art, wie Politiker anderer Parteien als der AfD mittlerweile deren rechtspopulistische Sprache adaptieren würden, kritisieren die Veranstalter. „Rote Linien immer häufiger überschritten“, steht in der Pressemitteilung von Fridays for Future München, „zu viele Menschen schauen dem nur zu“. Häfner verweist beispielhaft auf die Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Spiegel-Interview, indem er betonte, man müsse „endlich in großem Stil abschieben“. Die Demo solle auch dagegen ein Zeichen setzen: „Wir wollen den anderen Parteien sagen: Ihr kommt damit nicht weiter, wenn ihr die Sprache der AfD übernehmt“, so Häfner.
Weitere Demonstrationen gegen Rechts in Bayern geplant
Nicht nur in München gehen Menschen gegen Rechts auf die Straße, bayernweit finden Kundgebungen statt. So ist am Samstag, 20. Januar, eine Demonstration am Willy-Brand-Platz in Nürnberg geplant und am Sonntag, 21. Januar, in Regensburg. Vergangenen Sonntag protestierten bereits rund 700 Menschen in Augsburg, vergangenen Dienstag, 16. Januar, ebenfalls rund 2.500 Menschen in Würzburg.
