Abschied von beliebtem Seelsorger

Ein letztes „Vergelt‘s Gott“ für Pfarrer Willi Milz

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Durch den tief verschneiten Friedhof: Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine führen den langen Trauerzug an.

Eine überaus große Trauergemeinde hat am Samstag in der Jachenau zusammen mit den Angehörigen Abschied von Pfarrer Willi Milz genommen. Der Geistliche war völlig unerwartet nach kurzem Krankenhausaufenthalt am 10. Februar im Alter von 66 Jahren gestorben.

Jachenau Eigentlich hieß er ja Wilhelm Christian Milz, aber er wollte von allen in seinem vertrauten Umfeld „Willi“ genannt werden. Und sein vertrautes Umfeld, das war eben in den vergangenen knapp zwölf Jahren vor allem die Pfarrgemeinde Jachenau.

Im September 2007 hatte er dort die Nachfolge von Pfarrer Peter Rechenmacher angetreten, der damals in den Ruhestand gegangen war. Zuvor, so blickte Dekan Robert Walter beim Trauergottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus auf Milz’ Lebenslauf zurück, war er aufgrund seines kranken Herzens an verschiedenen Wirkungsorten überwiegend als Krankenhausseelsorger tätig gewesen. In der Jachenau aber habe der gebürtige Koblenzer „eine neue Heimat gefunden. Er hat sich hier sehr wohlgefühlt und das auch immer wieder betont.“

Letzter Weg: Jachenau nimmt Abschied von seinem Pfarrer Willi Milz

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Für die herzliche Aufnahme von Milz im abgeschiedenen Sonnental sagte Pfarrer Walter den Gemeindebürgern ein Vergelt’s Gott. Dass der Kontakt zu den Mitmenschen so gut gelingen konnte, dafür habe Pfarrer Milz eine besondere Stärke mitgebracht: „Es war seine Herzenswärme, die er ausstrahlte. Er konnte zuhören und den Menschen nahe sein.“ Milz’ Herzenswärme sollten die Bürger nun als Vermächtnis annehmen.

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Der Altarraum der Jachenauer Kirche schien fast zu klein: 15 Priester und zwei Diakone waren zur Messfeier gekommen, Weggefährten des Verstorbenen aus verschiedenen Wirkungsstätten und Lebensabschnitten. So etwa Generalvikar Pater Manfred Kollig vom Erzbistum Berlin, der einst zusammen mit Milz zum Priester geweiht worden war und wie Milz der Gemeinschaft der Arnsteiner Patres angehörte. Orgel und Kirchenchor gestalteten den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes.

Draußen auf dem Friedhof übernahmen die Fahnenabordnungen der Vereine zu den Klängen der örtlichen Musikkapelle die Führung des Trauerzuges. Die hier gepflegte Art von Vereinsleben, der Sinn dahinter, habe dem Pfarrer imponiert, blickte Sebastian Joachim als Sprecher der Ortsvereine am offenen Grab zurück. Milz war bei allen Verbündnissen Mitglied gewesen. Man wolle nun danken für seine Bemühungen und einfühlsamen Worte, die er stets gefunden habe. „Du hinterlässt als Pfarrer und Mensch eine große Lücke.“

Abschied am offenen Grab: Bürgermeister Georg Riesch spendet bei der Beisetzung am Friedhof das Weihwasser.

Als allzeit interessierten und nachfragenden Seelsorger, der sich auch gerne im Kindergarten und in der Schule sehen ließ, beschrieb Bürgermeister Georg Riesch die Persönlichkeit des Verstorbenen. „Er war ein guter Gesprächspartner.“ Dass dessen Anpassungsfähigkeit ebenso wie sein rheinländischer Humor und seine herzliche Art das einvernehmliche Miteinander bestärkten, hob zudem Kirchenpfleger Georg Riesch jun. hervor und sagte ein „Vergelt’s Gott, dass wir die letzten zwölf Jahre mit Dir unterwegs sein durften.“

Erst vor wenigen Tagen, so erinnerte sich Bürgermeister Riesch, habe Pfarrer Willi Milz angesichts der großen Schneemassen und der damit verbundenen Arbeit noch gesagt: Hoffentlich stirbt niemand, weil doch auch rund um die Kirche und im Friedhof alles unter einer dicken Schneedecke liegt. Nun seien es ausgerechnet die Wege zum Pfarrersgrab gewesen, die freigeräumt werden mussten. 

Rosi Bauer

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