Landung im Wasser verhindert Schlimmeres

Jachenau: Mountainbiker stürzt in acht Meter tiefe Klamm

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Unterkühlt und schwer verletzt fanden die Rettungskräfte den Mann vor.
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Der Mann, der am Sonntag in der Jachenau in eine Klamm gestürzt ist, hatte wirklich einen guten Schutzengel - und eine heldenhafte Freundin.

Jachenau – Ein Mountainbiker aus Italien ist am Sonntag auf dem Rückweg vom Altlacher Hochkopf (Gemeindegebiet Jachenau) acht Meter tief in den Wachslaubgraben gestürzt. Der 38-Jährige hatte laut Alois Grünwald von der Wasserwacht Walchensee ein „Riesen-Dusel“ – und eine heldenhafte Freundin.

Zunächst jedoch hatte der Mann großes Pech: Gegen 14.45 Uhr stürzte er an einer Stelle, wo sich der Trail sehr nahe am Rande einer Klamm entlang schlängelt. Er rutschte über die Kante – und fiel. „Da geht es fast senkrecht runter“, sagt Wasserwacht-Chef Grünwald. Als seine hinter ihm fahrende Freundin um die Kurve bog, sah die Münchnerin nur noch das Radl ihres Partners auf dem Weg liegen. Als Grund für den Sturz vermutet Grünwald einen Fahrfehler.

Freundin klettert fast senkrechte Böschung hinab

Das große Glück des Mountainbikers: Statt auf Fels landete er in einer Gumpe. Trotzdem war er zunächst bewusstlos. Seine Freundin kletterte die steile Böschung hinab und zog den Mann soweit es ging aus dem Wasser. Danach kletterte sie die acht Meter wieder nach oben und fuhr mit dem Radl weiter in Richtung Altlach, um Hilfe zu holen. „Das eine Handy war nass, beim anderen war der Akku leer“, sagt Grünwald.

Eine Radlfahrerin alarmierte gegen 15.10 Uhr schließlich die Rettungskräfte. Eigentlich ist die Bergwacht Krün bei Notfällen in diesem Gebiet zuständig. Weil klar war, dass die Wasserwacht Walchensee schneller am Unglücksort sein konnte, rückten aber Grünwald und zwei Kollegen aus. „Gegen 15.30 Uhr waren wir am Patienten“, sagt Grünwald. Der Verunglückte war nach mindestens 45 Minuten im Wasser stark unterkühlt. Außerdem litt er unter Verletzungen an Armen, Beinen und am Kopf. Aber er war ansprechbar. Seine Freundin war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder an seiner Seite. Grünwald spricht von einer heldenhaften Leistung der Frau.

Rettungshubschrauber bringt Verletzten ins Krankenhaus

Neben fünf Einsatzkräften der Bergwacht Krün halfen auch drei Ehrenamtliche von der Bergwacht Penzberg bei der Rettung des Mountainbikers. Weil der Transport über Land für die Retter kaum zu bewältigen gewesen wäre, holten sie den Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München dazu. „Der Notarzt wurde per Winde in die Klamm abgeseilt“, sagt Grünwald. Nach der Erstversorgung brachte der Helikopter den Verletzten in einem Luftrettungssack in die Unfallklinik nach Murnau.

Über den Zustand des Verunglückten ist nichts bekannt. Grünwald geht aber davon aus, dass der Italiener nicht in Lebensgefahr schwebt. 

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