Im Gemeinderat

Jachenaus Bürgermeister Riesch: Wutrede wegen Maut und Parksituation

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Die Mautstation in Jachenau soll erst nächstes Jahr verlegt werden. Das ärgert den Bürgermeister.

Ungewohnt laut wurde Jachenaus Bürgermeister Georg Riesch am Dienstag im Gemeinderat. Er wetterte gegen den Forst.

Jachenau Als Georg Riesch in der Wochenendausgabe der Heimatzeitung den Bericht über die Pläne der Forstverwaltung zur Verbesserung der Situation am Walchensee-Südufer gelesen hat, da ist ihm offenbar der Kragen geplatzt: „Wir reden seit zehn Jahren davon und die Ideen kommen von uns. Und jetzt macht es der Forst alleine und wir sind nicht beteiligt“. So begann der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend seine lange Wutrede, bei der dem anwesenden Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann die Ohren geklungen haben müssen.

„Das Südufer ist Hoheitsgebiet der Gemeinde, und wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert, also haben wir ein wichtiges Wort mitzureden“, forderte der Bürgermeister. „Einer verdient und wir haben den Ärger, das geht nicht.“ Er kritisierte, dass der Forst die neuen Stellplätze und Mautstationen erst im Frühjahr 2021 schaffen möchte: „Warum zieht man das so in die Länge, das muss schneller gehen. Es muss etwas sofort passieren, sonst werden wir überrollt.“ Der neue Parkplatz Niedernach müsse deshalb „schon heuer im Mai“ zur Verfügung stehen. Überhaupt erschienen ihm die Planungen der Forstverwaltung unnötig kompliziert: „Das geht auch schneller und günstiger.“

Weiterhin ärgerte sich Riesch darüber, dass der Forst heuer die Mautgebühren auf fünf Euro anheben wird: „Das ist auch eine gemeindliche Verbindungsstraße, das ist zu teuer für Verwandte oder Firmen, die häufig in der Gemeinde zu tun haben.“ Demgegenüber „rutschen die Camper mit ihren Wohnmobilen gratis rein“, wenn sie nur immer zur richtigen Tageszeit am frühen Morgen an den See kommen. Nicht die Durchfahrt müsse teuer sein, sondern das Parken am See und das Übernachten. Der Bürgermeister ärgerte sich auch darüber, dass „die Parkplätze aussehen, dass es der Sau graust“. Da müsse der Forst angesichts seiner Mauteinnahmen mehr bieten.

Dem Gemeinderat unterbreitete Bürgermeister Georg Riesch sodann zwei Beschlussvorschläge zur Abstimmung: Seiner Forderung, dass sich die Staatsforsten an der Finanzierung der zwei Ranger-Planstellen für den Walchensee beteiligen müsse, stimmte das Gremium einstimmig zu – ungeachtet der Tatsache, dass die Ranger vom Landkreis angestellt werden. Keine Mehrheit fand Riesch hingegen für eine Ablehnung der geplanten Anhebung der Mautgebühr.

Walchensee-Konzept nimmt Fahrt auf

Rudolf Plochmann entgegnete dem Bürgermeister: „Ich verstehe den Zorn nicht, der mir hier entgegenschlägt.“ Er bestritt, dass der Forst an der Gemeinde vorbei agiert: „Unsere Planung greift viele Ideen der Gemeinde auf, und wir haben unseren Vorentwurf abgestimmt.“ Die Gemeinde werde immer mit im Boot sein. Die lange Dauer des planerischen Vorlaufes und der baulichen Umsetzung sei allein dem Umstand geschuldet, dass man sich mit vielen anderen Stellen abstimmen müsse, und dass man die Vergaben von Planung und Bauausführung öffentlich ausschreiben müsse.

„Eine Realisierung bis Juli 2020 ist völlig illusorisch, wir schaffen das erst zur Badesaison 2021“, bat Plochmann um Verständnis. „Das ist keine böse Absicht. Das dauert so lange, weil es kompliziert ist – und nicht, weil wir keine Lust haben.“ Und er versicherte dem Gemeinderat, dass der Forst mit der Maut kein Geschäft macht: „Das ist ein Nullsummenspiel, wir verdienen daran nichts.“ (Rainer Bannier)

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