Jahresbericht im Gemeinderat

Peitinger Jugendzentrum: Nur der Neubau fehlt noch zum Glück

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Das Jugendzentrum „Go in“ in Peiting.
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Wie ist es um das Peitinger Jugendzentrum „Go in“ bestellt? Aufschluss darüber hat am vergangenen Dienstag im Gemeinderat der Jahresbericht von Leiter Jürgen Schaffarczik gegeben. Das Fazit fällt trotz rückläufiger Besucherzahlen positiv aus.

Peiting – Bevor Jürgen Schaffarczik mit seinem Vortrag begann, teilte der Sozialpädagoge erst einmal einen dicken Stapel Papier an die Gemeinderäte aus. Die ausgedruckte Präsentation sollte sicherstellen, dass die folgenden Informationen ihre Adressaten auch erreichten. Schließlich waren es nicht wenige Zahlen, die der Jugendzentrumsleiter über das abgelaufene Jahr zusammengetragen hatte.

So erfuhren die Räte, dass 2018 rund 6600 Jugendliche die Angebote des Peitinger Jugendzentrums wahrgenommen hatten – ein weiterer Rückgang im Vergleich zum Vorjahr und dem Spitzenwert 2016, als man über 9000 Besucher zählte. Grund zur Besorgnis gebe es deshalb aber nicht, beruhigte Schaffarczik. „Für das kleinste Jugendzentrum im Landkreis ist das eine super Zahl.“ Zumal die Peitinger Einrichtung im Vergleich mit den anderen vier Häusern nach wie vor die meisten Besucher zählt. Dass der Rückgang mit den zuletzt steigenden Besucherzahlen im Schongauer Jugendzentrum zusammenhängt, wie Franz Seidel (BVP) vermutete, konnte Schaffarczyk nicht bestätigen. Dass Peitinger Jugendliche nach Schongau fahren und andersherum, komme eigentlich kaum vor. „Die Jugendlichen sind an ihr Haus gebunden, das ist ihr Wohnzimmer.“

Jugendzentrum in Peiting: Die meisten Besucher stammen aus der Marktgemeinde

Das zeigte auch der Blick auf eine weitere Statistik. Die meisten Besucher des „Go in“ stammen laut Schaffarczik aus der Marktgemeinde, 65 Prozent von ihnen besuchen die örtliche Mittelschule, ein Viertel macht eine Lehre oder arbeitet bereits. Nur jeweils fünf Prozent gehen auf die Realschule und das Gymnasium in Schongau. Nicht alle Besucher seien jedoch „in das Berufsleben eingemündet“, wie der Einrichtungsleiter es formulierte. Auch wenn dafür zu sorgen nicht zu den grundlegenden Aufgaben gehöre, versuche man den Jugendlichen Hilfe anzubieten. „Uns ist wichtig, dass sie ein Lebensziel haben.“

Neben Konzerten, Veranstaltungen wie den Brettspieltagen sowie dem Ferienprogramm war der offene Betrieb mit rund 4600 Jugendlichen – der Großteil zwischen 15 und 18 Jahre alt – das mit Abstand meist genutzte Angebot im vergangenen Jahr. Besonders freut den Einrichtungsleiter, dass der Anteil an Besucherinnen deutlich auf rund 1800 angestiegen ist. „Verstärkt Angebote für Mädchen zu schaffen war ja eine der Forderungen.“ Geöffnet war das „Go in“ 2018 unter der Woche an 222 Tagen, acht mehr als im Vorjahr. Ziel sei es die Zahl der Öffnungstage weiter auf 230 bis 240 zu steigern. Ob man nicht auch am Samstag den Jugendlichen einen Anlaufpunkt bieten könne, wollte Thomas Elste (Grüne) in diesem Zusammenhang wissen. In einem reinen Wohngebiet sei das nur schwer möglich, antwortete Schaffarczyk. Aktuell habe man sich mit der Nachbarschaft gut arrangiert.

Jugendzentrum in Peiting: Lob fürs Team

Viel Lob für Schaffarczyk und sein Team gab es von Bürgermeister und Gemeinderäten. Dabei rückte auch der geplante Neubau in den Fokus (wir berichteten) als Ersatz für das in die Jahre gekommene Gebäude an der Lorystraße (wir berichteten). „Wir sind kurz davor, dass der Knoten platzt“, sagte Alexander Zila (SPD). Wie Bürgermeister Michael Asam verriet, hatte der Gemeinderat jüngst das Jugendzentrum in Garmisch besichtigt, um Anregungen zu sammeln. „Das war sehr aufschlussreich.“

Das Schlusswort hatten schließlich die Jugendlichen selbst, denn wie schon im vergangenen Jahr hatte Schaffarczyk Verstärkung mitgebracht. So berichtete unter anderem Michael Seidenberger als Vertreter des Konzertkreises von der erfolgreichen Musikreihe, die die Jugendlichen wieder ganz allein auf die Beine gestellt hatten. Acht Konzerte lockten über 650 Besucher zum Feiern ins Juze. Und Sebastian Gattinger und Steffen Lamprecht warfen einen Blick voraus auf den Kinderzirkus Schweinsgalopp, der in den Sommerferien wieder als Teil des Ferienprogramms und in Kooperation mit dem Jugendzentrum in der Dreifachhalle steigen wird.

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