Schluss nach nur rund einem Jahr

„Jules Steakhouse“ in Bad Aibling für immer zu: Das steckt hinter dem Aus des Restaurants

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„Extrem bitter“: Julius Fischer muss sein „Jules Steakhouse“ schon wieder schließen.
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Mit seinem „Jules Steakhouse“ machte sich Julius Fischer schnell einen Namen in Bad Aibling. Doch der „Fleischtempel“ muss nun nach rund einem Jahr schon wieder schließen. Was hinter der traurigen Entwicklung steckt.

Bad Aibling – Es war ein Schock und für zahlreiche Bad Aiblinger mehr als überraschend: „Jules Steakhouse“, ein beliebtes Restaurant, das erst vor gut einem Jahr in der Aiblinger Innenstadt eröffnet wurde, hat unwiderruflich geschlossen. „Aufgrund von massiv eingebrochenem Umsatz und Gästen sind wir gezwungen, den Betrieb ab sofort einzustellen und Insolvenz anzumelden“, hieß es kürzlich auf der Restaurant-Website, was auch in den sozialen Medien für große Bestürzung gesorgt hatte. Dieser Schritt sei unvermeidlich. „Wir haben sehr viel Herzblut, Leidenschaft und Fleiß in das Lokal gesteckt, aber ohne Gäste bleibt uns keine andere Option!“

Die Entwicklung überrascht angesichts der überaus positiven Internet-Bewertungen und dem über lange Strecken gut besuchten Lokal. Nachdem das ehemalige „Mamajuana“ im Herzen Bad Aiblings lange Zeit stillstand, war nach der ungewissen Wartezeit im Frühjahr 2024 endlich klar, wie es mit dem Restaurant-Standort am Marienplatz weitergeht. Nachmieter Julius Fischer eröffnete dort wenig später ein völlig neues Lokal. „Es wird ein echter Fleischtempel“, versprach er damals und mit dem Fokus auf Steaks, Burger und Spareribs machte der Brannenburger dieser Bezeichnung alle Ehre.

Plötzlicher Umsatz-Einbruch im April

Schnell erfeute sich „Jules Steakhouse“ großer Beliebtheit. „Tatsächlich ist das erste Jahr super gelaufen, ich habe über eine halbe Million an Umsatz erkocht“, sagt Inhaber Julius Fischer gegenüber dem OVB und stellt sich auch in dieser schweren Zeit den unangenehmen Fragen. „Meine Mitarbeiter, die Minijobber, das Team war ein Traum“, blickt Fischer sichtlich geknickt zurück. Egal, was die Gäste bei ihm gegessen hatten – alles war mit viel Herzblut frisch und selbst produziert. Doch vor gut drei Monaten folgte die überraschende Wende.

„Seit April ist der Umsatz plötzlich um 75 Prozent eingebrochen“, erzählt Fischer. Plötzlich seien die Reservierungen massiv zurückgegangen, „und mit ein, zwei Reservierungen kann ich die Fixkosten nicht zahlen“, so der resignierte Inhaber. Angesichts der hohen laufenden Kosten leitete der Gästeeinbruch letztlich in rasanter Geschwindigkeit das Ende des Restaurants ein. „Das ging dann alles ganz schnell.“

Die Frage nach dem Warum

Fischer steht nun vor einem hohen Schuldenberg und könne noch nicht genau sagen, wie es für ihn jetzt weitergeht. „Das ist alles extrem bitter.“ Neben den Herausforderungen der Privatinsolvenz plagt ihn vor allem die Frage nach dem Warum. „Das ist wirklich das Schlimmste, nicht zu wissen, was die Gründe für den Einbruch waren.“ War es zu heiß, sodass die Kunden lieber selbst zuhause grillten? Oder lag es daran, dass nicht mehr wechselnde Gerichte angeboten wurden? Gedankenspiele, die Fischer derzeit quälen. Doch ändern könne er es ohnehin nicht mehr.

An der Eingangstür des Lokals werden Gäste auf die Schließung hingewiesen.

Dass nun etwa auf Facebook auch vereinzelt negative Kommentare von verärgerten Gutschein-Besitzern auftauchen, tue dem Inhaber zwar leid. „Aber ich konnte doch nicht ahnen, dass es so kommt“, so Fischer. Das Restaurant hat er vergangene Woche ausgeräumt. Seine Zukunft und die der nun wieder leerstehenden Ladenfläche sind derzeit noch unklar.

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