Geretsried –Ein Münchner Maklerbüro bietet den Kunstbunker am Isardamm auf dem Immobilienmarkt an. Kaufpreis: knapp drei Millionen Euro.
Mit dem Kunstbunker steht eine der außergewöhnlichsten Immobilien in der Stadt zum Verkauf. Zum Preis von 2.980.000 Euro bekommen potenzielle Käufer ein „Künstlerhaus mit Ateliergebäude“ auf einem gut 12.000 Quadratmeter großen Grundstück im Landschaftsschutzgebiet.
Wie berichtet will sich Galerist Albrecht Widmann nach 14 Jahren von diesem imposanten Gebäude direkt am Isarufer trennen. Angeboten wird es vom Unternehmen Duken & von Wangenheim, das nach eigenen Angaben „exklusive Immobilien in den besten Lagen Münchens“ sowie an diversen Seen in Oberbayern vermittelt.
Angepriesen wird der ehemalige Kohlebunker aus der Rüstungszeit als „besondere Immobilie“ mit insgesamt 20 Zimmern. Sie besteht aus einem Haupthaus, einem angeschlossenen Nebengebäude und einer etwa acht Meter hohen Arbeitshalle samt Kran. Unter dieser Halle liegen „ungewöhnliche, tunnelartige Kellerräume“, heißt es im Angebot. Im Untergeschoss gibt es ein 45 Quadratmeter großes Schwimmbad mit Gegenstromanlage und Sauna. Der Kunstbunker könne unter dem Begriff „moderne Industriearchitektur“ eingeordnet werden und biete „jede Menge Platz für Ihre Träume“, schreibt das Büro Duken & von Wangenheim im Internet.
„Die Immobilie ist auf jeden Fall etwas ganz besonderes“, sagt Immobilienökonom Hubertus von Flotow auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Lage ist traumhaft, das Grundstück ist komplett uneinsehbar und unmittelbar an den Isarauen.“ Laut Flotow stehe man in engem Kontakt mit Interessenten. „Kreative und Freunde des Einzigartigen finden das Objekt spannend“, berichtet der Immobilienökonom. „Sie planen, wie sie das Gebäude umbauen könnten.“ Auf der anderen Seite seien es Bauträger, die großes Interesse bekunden. „Sie prüfen derzeit, was auf dem Grundstück möglich ist und möchten neuen, attraktiven Wohnraum schaffen.“
Durch die Lage im Landschaftsschutzgebiet sind die Nutzungsmöglichkeiten des Areals allerdings stark eingeschränkt. Das bestätigt Bauamtsleiter Jochen Sternkopf. „Es gibt einen gültigen Bebauungsplan.“ Demnach seien die bestehenden Gebäude größtenteils von Baugrenzen umgeben. Zusätzliches Baurecht besteht laut Sternkopf nur für einen eingeschossigen Flachdachbau für kulturelle Zwecke – gemeint ist damit ein Museum. Für den Eigentümer vor Albrecht Widmann, den Stahlbildhauer Alf Lechner, sei der Bebauungsplan im Jahr 1996 dahingehend geändert worden. Aber die Pläne für ein Skulpturen-Museum in Geretsried zerschlugen sich. „Darüber hinaus wird eine größere Bebauung im Landschaftsschutzgebiet vom Landratsamt nicht genehmigt werden“, meint der Bauamtsleiter. Sternkopf ist sich sicher: „Bauträger können einpacken.“
Doris Schmid

