Parkchaos am neuen Käfer-Biergarten

Gut Kaltenbrunn: Viele Gäste, zu viele Autos

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Der Besucheransturm sorgt für eine Blechlawine rund um Kaltenbrunn.
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Gmund - Traumhaftes Biergarten-Wetter sorgt dieser Tage für einen Riesen-Ansturm auf das neu eröffnete Gut Kaltenbrunn. Die Parksituation erweist sich allerdings als problematisch.

Seit der offiziellen Eröffnung vor genau einer Woche sorgen die Restaurants und Biergärten von Promi-Wirt Michael Käfer für einen Ansturm der Besucher auf Gut Kaltenbrunn. Und für eine riesige Blechlawine: Weil der gepflasterte Parkplatz schon am Nachmittag belegt ist, stehen Autos dicht an dicht auf der Zufahrtsstraße Richtung Finsterwald und entlang der Bundesstraße. Wer ein Schlupfloch findet, zwängt sich mit seinem Fahrzeug auf die Wiese Richtung See. „Natürlich ist die Verkehrssituation noch nicht optimal gelöst“, gesteht Jürgen Welte als Sprecher von Gut Kaltenbrunn, „aber die meisten Gäste wissen das.“ Zu wenig Parkmöglichkeiten rund um Kaltenbrunn, das sei schon immer so gewesen, schiebt Welte nach.

Gut gefüllt ist seit der Eröffnung vor einer Woche der Biergarten mit Bedienung im Gut Kaltenbrunn.

Sauer stößt vielen Besuchern die Schranke auf, die am offiziellen Parkplatz installiert ist. „Sie ist noch nicht aktiviert, weil wir uns noch nicht auf das richtige Konzept festgelegt haben“, sagt Welte. Bis es soweit ist, sorgt ein Park-Team für Ordnung und kassiert am Wochenende zwei Euro pro Fahrzeug. Parkgebühr gebe es, erklärt der Sprecher, weil man den Platz für Biergarten- und Restaurantgäste freihalten möchte, „und nicht nur für Badegäste am See.“ Angesichts der derzeitigen Blechlawine auf der Straße versichert Welte: „Wir sind bemüht, Abhilfe zu schaffen.“

Wie die aber aussieht, ist noch offen. Auch Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Blue Lion GmbH als Besitzerin des Guts und der angrenzenden Wiesen, weiß: „Die derzeitige Situation ist noch problematisch, weil erst der erste von drei Bauabschnitten fertig ist und Stellplätze fehlen.“ Sie appelliert an das Verständnis der Gäste: „Es muss ja nicht jeder Einzelne mit dem Auto kommen.“

Rathauschef Georg von Preysing (CSU), der seinen Bürgermeister-Kollegen im Landkreis die neue Gmunder Attraktion bereits bei einer gemeinsamen Dienstbesprechung gezeigt hat, verweist darauf, dass die Baustelle Kaltenbrunn noch nicht abgeschlossen sei. „Ein Drittel ist erst fertig“, sagt Preysing. „Die jetzige Parkplatz-Situation ist daher ein Provisorium.“ Zum einen würden Parkplätze durch Bauarbeiter und Baufahrzeuge belegt, obwohl diese angehalten seien, woanders zu parken, etwa auf der Straße Richtung Holz. Zum anderen, so der Rathauschef, sehe das Parkplatzkonzept nach der kompletten Fertigstellung 2017 auch Stellplätze nahe dem Burghügel vor. Und schließlich habe man auch vereinbart, dass für Firmenevents Shuttlebusse für die Teilnehmer organisiert werden, um den Parkdruck zu entzerren.

Das Landratsamt Miesbach als Genehmigungsbehörde des Kaltenbrunn-Umbaus liefert auf Nachfrage konkrete Zahlen zur Parksituation: So mussten für Sanierung und Umbau des jetzt eröffneten Königshauses mit Salettl 109 Stellplätze nachgewiesen werden. „Tatsächlich realisiert wurden 110“, erklärt Gabriele Dorby als Sprecherin. Für die Sanierung des Pferde- und Rinderstalls sowie der Remise, die zu Event-Räumen werden, müssten 169 Plätze nachgewiesen werden. „226 Plätze werden tatsächlich realisiert“, so Dorby. Noch keine Angaben kann Dorby zum Gesindehaus machen. „Dessen Umbau ist noch nicht beantragt und daher auch nicht genehmigt.“

Kurzfristige Abhilfe könnte der Vorschlag Preysings bringen, angrenzende Wiesen als Parkfläche zu nutzen: „Die sind frisch gemäht. Blue Lion muss entscheiden, ob da jetzt geparkt werden darf oder nicht.“ Man werde das noch prüfen, meint Asenstorfer. Derzeit würden die Wiesen noch für die Landwirtschaft genutzt.

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