VonThomas Zimmerlyschließen
Großes Pech könnte Badende an manchen Seen ereilen. Passen sie nicht auf, kann es sein, dass sich eine grün-braune Masse zwischen ihren Zehen breit macht. Weil sie in Gänsekot getreten sind!
Landkreis – Die Kanadagans hat es faustdick hinter den Ohren. Glaubt man Naturkundlern, klaut sie schon mal Eier von Artgenossen oder turtelt mit der schlankeren Graugans. Zudem fliegt die Kanadagans gerne durch die Gegend. An den Seen im Dachauer Land lässt sich der flatterhafte Vogel gerne nieder – und ist dort zum Problem geworden.
Denn: Zwei Kilogramm Kot scheidet das bis zu einem Meter lange Tier durchschnittlich täglich aus, so die Forschung, verteilt auf sage und schreibe 170 Portionen. „Uferbereich und Liegewiese, alles voll Scheiße. Kinder treten rein – igittigitt!“, meinte ein empörter Badegast des Karlsfelder Sees gegenüber der Heimatzeitung.
Im Landratsamt Dachau, zuständig für das Binnengewässer, ist der gut funktionierende Stuhlgang der Gänse wohlbekannt. „Wir kümmern uns um das Problem“, sagt der Abteilungsleiter des Bauamts, Alexander Krug. Wöchentlich, so versichert er, würde eine Firma Wiesen und Uferbereich mähen und dabei säubern, mittels eines Ansaugmähers. Der, so Krug, entferne nicht nur den Kot in den Grünflächen, sondern filtere ihn auch aus dem Kies heraus.
„Dabei findet die Säuberung eher zum Wochenende hin statt, wenn die Zahl der Badegäste zunimmt“, so Krug. Nur, und das weiß auch das Landratsamt: Was nützt’s, wenn ein Schwarm Gänse kurz nach der Reinigung am See landet. Die Vögel töten oder deren Eier zerstören, möchte das Landratsamt nicht. Und für ein ständiges Verscheuchen würden die Mitarbeiterkapazitäten fehlen, so Alexander Krug.
Immerhin, am Waldschwaigsee, ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel bei Gänsen, scheint es – bislang – keine Schwierigkeiten zu geben. Von der zuständigen Gemeinde Karlsfeld jedenfalls war zu erfahren, dass in der allerdings noch jungen Badesaison – noch – keine Meldungen im Ordnungsamt eingegangen seien.
Aber wie gesagt: Die Kanadagans hat es faustdick hinter den Ohren – und fingerdicke Hinterlassenschaften.
Auch anderswo in Bayern versucht man, dem Problem Herr zu werden: Die Gemeinde Herrsching stellt z.B. wieder einen Zaun auf, um den Sportplatz am See vor den Gänsen und vor allem ihrem Dreck zu schützen.
