Keine große Lösung bei Hochwasserschutz für Bergham in Sicht

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Bad Bergham: Aufgrund der ständigen Überschwemmungen, haben die Berghamer ihren Ort umbenannt.

Miesbach - Die Grundstücksverhandlungen für den Hochwasserschutz von Bergham ziehen sich in die Länge. Derzeit ruhen die Gespräche zwischen Eigentümern und Stadtverwaltung.

In Bergham gibt es einen Kalauer mit einem gewissen Beigeschmack: Was kommt schneller - ein neues Hochwasser oder der seit Jahren geforderte Hochwasserschutz? Dass die Verzögerungen bei den Schutzmaßnahmen nicht von der Stadt zu verantworten sind, machte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) in der Sitzung des Stadtrats deutlich. Vielmehr seien betroffene Grundstückseigentümer für die lange Verhandlungsdauer verantwortlich.

Wie berichtet, liegt die Problemzone in Bergham beim Fellerbach und Augraben. Regnet es zu schnell zu viel, bekommt die benachbarte Siedlung nasse Füße. Im Jahr 2006 erstellte das Ingenieurbüro SKI eine Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz. Ergebnis: Ein sogenanntes HQ100-fähiges Rückhaltebecken, das für ein Hochwasser, das rein rechnerisch nur einmal in 100 Jahren eintritt, geeignet ist, lässt sich mangels verfügbarer Flächen nicht verwirklichen.

Zusammen mit der Interessengemeinschaft betroffener Bürger versucht die Stadt laut Pongratz, zumindest Schutzvorkehrungen für kleinere Hochwassereignisse zu schaffen. Diese werden, da sie auf kein HQ100 ausgerichtet sind, nicht mal anteilig staatlich bezuschusst. Geplant sind bislang der Bau eines Entlastungsgerinnes für den Augraben im Bereich Am Geiger, eine Deich-Mauer-Kombination entlang der Nordseite des Fellerbachs, eine Straßenanhebung nebst Pumpensumpf an der Sepp-Sontheim-Straße, die Weiterführung dieses Deichs Richtung Westen sowie eine Deich-Mauer-Kombination an der Westseite zum Schutz zweier Anwesen.

Die Verhandlungen mit den Eigentümern der benötigten Flächen sei jedoch zum Teil schwierig, berichtete die Bürgermeisterin. So hätten betroffene Grundeigner seit der Ortsbesichtigung am 24. Juli 2013 durch ihren Anwalt immer wieder um Fristverlängerung gebeten. Aktuell sei Ende Januar für eine weitere Kontaktaufnahme angepeilt. Erfolgt ist sie bislang noch nicht.

Dieter Dorby

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