VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Kochel am See - Eine holprige Angelegenheit ist die Fahrt über den Kesselberg seit Mittwoch: Die Rüttelstreifen sind fertig. Sie sollen die kurvenreichen Bergstrecke unattraktiver für Motorradfahrer machen.
Zugegeben: So richtig war der Effekt beim Ortstermin mit dem Staatlichen Bauamt am Donnerstagvormittag nicht zu erkennen. Möglicherweise lag es aber auch daran, dass die zahlreichen Motorradfahrer, alle vernünftig waren und sowieso schon langsam an die Rüttelstreifen heranfuhren. „Wir werden das beobachten, ob sich der gewünschte positive Effekt einstellt“, sagt Michael Kordon, Chef des Staatlichen Bauamts Weilheim. Am Ende der Saison wolle man Bilanz ziehen. Beim Drüberfahren seien die bis zu 18 Millimeter hohen Erhebungen schon deutlich zu spüren. „Man sieht auch, dass die Motorradfahrer mal kurz nach unten schauen“, hat Kordon beobachtet.
An vier Stellen finden sich die Rüttelstreifen am Kesselberg: Jeweils am Ein- und Ausgang „der beiden unfallträchtigsten“ Stellen, der Brünnl- und der Aussichtskurve. Große Hinweisschilder warnen die Fahrer vor den Unebenheiten. Was jetzt noch fehlt, sind die kleinen Erhebungen entlang der Mittellinie, die die Fahrer ebenfalls „aufrütteln“ sollen. „Das wird sich vermutlich noch die ganze nächste Woche ziehen“, sagt der Bauamtsleiter. Kochels Bürgermeister Thomas Holz setzt durchaus Hoffnung in die Rüttelstreifen. „Die Saison hat ja schon einen guten Anfang genommen“, sagt er und meint das mit Blick auf die ersten Unfälle am Kesselberg ironisch. Man wolle keinen einzigen Motorradfahrer vertreiben, der die Strecke nutze, um von A nach B zu kommen, betont der Rathauschef. Ihm gehe es nur um die, „die den Berg als private Rennstrecke missbrauchen“.
Wie berichtet, hatten die Unfallzahlen im vergangenen Jahr einen historischen Höchststand erreicht. 30 Motorradunfälle mit 16 Schwer- und elf Leichtverletzten gab es 2013 am Kesselberg. 28 davon hatten die Biker selbst verschuldet.
Veronika Wenzel
